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Zwei Teenager‑Klassiker von 1986 zeigen gegensätzliche Porträts der Jugend

Mit ihren 1986 erschienenen Filmen bieten John Hughes und David Seltzer diametral entgegengesetzte Blicke auf das Aufwachsen von Teenagern.

Von Jessica Morgan··
Zwei Teenager‑Klassiker von 1986 zeigen gegensätzliche Porträts der Jugend

Als John Hughes und David Seltzer 1986 ihre ersten Spielfilme für Jugendliche veröffentlichten, präsentierten sie deutlich unterschiedliche Visionen des Teenagerlebens. Hughes' Komödie folgt Matthew Broderick als charismatischer Schlingel, der einen ganztägigen Streifzug durch Chicago inszeniert, während Seltzers Drama Corey Haim als sozial isolierten Insekten‑Liebhaber zeigt, der mit unerwiderter Liebe kämpft.

Handlung und Figuren

In 'Ferris Bueller's Day Off' durchbricht die Titel­figur die vierte Wand, um das Schwänzen zu rechtfertigen, simuliert mit einer Tastatur eine Krankheit und hackt Schul­daten am Computer. Begleitet wird er von seinem besten Freund Cameron (Alan Ruck) und seiner Freundin Sloan (Mia Sara) auf einer von einem Ferrari angetriebenen Tour zu Chicagos kulturellen Wahrzeichen. Ihre Streiche werden von Dean Rooney (Jeffrey Jones) und Ferris' Schwester Jeanie (Jennifer Grey) verfolgt, deren Versuche immer absurder werden.

Im Film 'Lucas' steht ein schüchterner Teenager im Mittelpunkt, gespielt von Corey Haim, dessen Faszination für Insekten seine Entfremdung widerspiegelt. Er versucht, die Zuneigung von Maggie (Kerri Green) zu gewinnen, indem er in die Football‑Mannschaft eintritt, was in einem langsamen Applaus‑Moment gipfelt, der zum Genre‑Klischee geworden ist. Der Film nutzt die 17‑jährige Zikade als Metapher für emotionale Metamorphose.

Stil und Ton

Hughes setzt schnelle Schnitte und ironische Musikauswahl ein, stellt Songs wie die der The Smiths in beiden Filmen gegenüber, um seine charakteristische Mischung aus Humor und existenziellen Überlegungen zu betonen. Seltzer hingegen legt Wert auf emotionale Tiefe und lässt das Zikaden‑Motiv den allmählichen Erkenntnisprozess des Protagonisten rahmen.

Einspielergebnis und kritische Rezeption

'Ferris Bueller's Day Off' brachte in den USA 74 Millionen Dollar ein und war damit der zehntbestverdienende Film des Jahres. 'Lucas' erreichte nicht denselben kommerziellen Erfolg, erhielt jedoch Kritikerlob und fand Eingang in Roger Eberts Top‑10‑Liste.

Vermächtnis und Einfluss

Die direkte Ansprache des Publikums in 'Ferris Bueller's Day Off' inspirierte spätere Fernsehserien wie 'Saved by the Bell', während sein Schelm‑Geist in Hughes' 'Home Alone' wieder auftauchte. Das Mantra des Films über die Schnelllebigkeit des Lebens bleibt im kollektiven Gedächtnis unverändert.

'Lucas' hingegen liefert ein bittersüßes Ende: Der Protagonist erlangt durch den Football ein Stück soziale Akzeptanz, bleibt aber ein Außenseiter. Moderne Zuschauer kritisieren den Film gelegentlich dafür, dass er am Ende die Jock‑Kultur verherrlicht.

Beide Filme markieren nach wie vor die Bandbreite des Teenager‑Kinos der 1980er‑Jahre, von escapistischer Komödie bis zu eindringlichem Coming‑of‑Age‑Drama. Da die Zikaden alle 17 Jahre zurückkehren, bleibt die Bedeutung dieser Geschichten über das Finden des eigenen Platzes in prägenden Jahren bestehen.