Die Inspektorin der United States Agency for International Development hat im Juni einen Bericht veröffentlicht, der systematische Eingriffe der Hamas in humanitäre Operationen im Gazastreifen dokumentiert. Die Untersuchung, die vom Washington Free Beacon erhalten wurde, kommt zu dem Schluss, dass die Hamas ihre Autorität nutzt, um Hilfslager zu kontrollieren, das Personal zu nötigen und Ressourcen an ihren bewaffneten Flügel umzuleiten.
Wie die Hamas Hilfsoperationen beeinflusst
Die Untersuchung beschreibt eine Situation, in der Hamas‑Mitarbeiter an Schlüsselstellen der humanitären Hilfe, darunter Krankenhäuser und Hilfslager, stationiert sind und strenge Aufsicht ausüben. Inspektoren sagen, die Gruppe habe NGOs unter Druck gesetzt, detaillierte Informationen über ihre Angestellten preiszugeben und Hamas‑nahen Personen den Zugang zu Hilfseinrichtungen zu gestatten.
Eine Nichtregierungsorganisation, International Medical Corps, berichtete, dass das Hamas‑Innenministerium im Januar 2024 einen festen Stand oder ein Zelt für sein Personal in einem Feldkrankenhaus in Meraj, einem ländlichen Gebiet im Süden Gazas, verlangt habe. Derselbe Ministerium habe die Wohltätigkeitsorganisation außerdem aufgefordert, sämtliches im Exil tätiges medizinisches Personal zu registrieren und Lizenz‑ sowie Berufsangaben für jede im Enklave arbeitende nationale Gesundheitskraft bereitzustellen.
Eine weitere Wohltätigkeitsorganisation, Project Hope, erklärte, dass zwei unbewaffnete Personen mit Innenministeriums‑Ausweisen versucht hätten, Mitarbeiterdaten zu erhalten, die Organisation jedoch die Weitergabe verweigert habe.
Der Bericht stellt zudem fest, dass die Hamas ihre Polizeikräfte eingesetzt hat, um Helfer einzuschüchtern und mit der Schließung von Operationen zu drohen, falls ihre Forderungen nicht erfüllt würden.
Reaktionen von US‑Beamten
Senator Chuck Grassley (R., Iowa), Vorsitzender des Senatsausschusses für Justiz, bezeichnete die Dokumente als Beweis dafür, dass die Hamas die Hilfe behindert und Lieferungen an ihren militanten Flügel umleitet. Er sagte, die Ergebnisse „beweisen es".
Ein hochrangiger Beamter des Außenministeriums, der dem Free Beacon gegenüber sprach, bestätigte die Einschätzung und erklärte, „Hamas ist nicht der unschuldige, engelsgleiche Beobachter, den viele in der internationalen Gemeinschaft uns glauben machen wollen." Der Beamte fügte hinzu, die Untersuchung zeige „systematische Versuche, Hilfe, die für Bedürftige bestimmt ist, zu vereiteln, umzuleiten und zu blockieren."
Beide Beamten forderten den Kongress auf, auf Basis der neuen Informationen zu handeln, um sicherzustellen, dass US‑Steuergelder nicht unbeabsichtigt die Kriegsanstrengungen der Hamas unterstützen.
US‑Aufsicht und der breitere Hilfekontext
Die Vereinigten Staaten leisten weiterhin erhebliche humanitäre Hilfe für Gaza. Das Außenministerium erklärt, dass jeder Dollar einer Terrorismus‑Prüfung, Überwachung und Aufsicht unterliegt, um eine Umleitung an Hamas oder andere Terrorgruppen zu verhindern. Dennoch verdeutlichen die Erkenntnisse des Inspektors die Schwierigkeit, Hilfe in einem Konfliktgebiet zu liefern, in dem eine regierende militante Gruppe versucht, Hilfsaktionen zu missbrauchen.
USA und andere Geberländer stehen nun vor der Herausforderung, den dringenden Bedarf an humanitärer Hilfe mit dem Risiko abzuwägen, dass diese für militärische Zwecke missbraucht wird. Der Bericht empfiehlt strengere Aufsicht und mehr Rechenschaftspflicht, um sicherzustellen, dass die Unterstützung die Zivilbevölkerung erreicht und nicht an die bewaffneten Aktivitäten der Hamas weitergeleitet wird.
Reaktion der Vereinten Nationen
Die Vereinten Nationen haben das Problem anerkannt und sagen, sie ergreifen Maßnahmen, um die Hamas‑Interferenz zu bekämpfen, obwohl einige Gesetzgeber und Experten argumentieren, die UN‑Reaktion sei zu langsam. Der Ruf nach entschlosseneren Schritten, um die Umleitung von Hilfe an terroristische Gruppen zu verhindern, wird lauter.
Insgesamt zeichnet die Untersuchung des USAID‑Inspektors ein beunruhigendes Bild davon, wie die Hamas ihre Autorität nutzt, um Helfer zu schikanieren, Ressourcen zu beschlagnahmen und die Bereitstellung humanitärer Hilfe in Gaza zu untergraben. Die Ergebnisse dürften die zukünftige US‑Politik und die Strategien der Geberländer prägen, während die internationale Gemeinschaft versucht, Hilfe zu leisten und das Risiko einer Umleitung zu militanten Akteuren zu begrenzen.
