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US-Politiker fordern Moratorium für Rechenzentren im Zuge einer von China unterstützten Anti‑KI‑Kampagne

US-Politiker fordern ein landesweites Moratorium für neue Rechenzentren, während China angeblich groß angelegte KI-Diebstahlkampagnen betreibt und anti‑KI‑Propaganda verbreitet.

Von Michael Turner··
US-Politiker fordern Moratorium für Rechenzentren im Zuge einer von China unterstützten Anti‑KI‑Kampagne

Senator Bernie Sanders (I‑VT), Abgeordnete Pramila Jayapal (D‑WA) und Abgeordneter Maxwell Frost (D‑FL) treiben einen Vorschlag für ein landesweites Moratorium für den Bau neuer Rechenzentren in den USA vor. Die Gesetzgeber argumentieren, dass die rasche Ausweitung solcher Einrichtungen sowohl das Stromnetz als auch das Klima gefährdet.

Der Aufruf zur Zurückhaltung hat das Weiße Haus auf den Plan gerufen, das gewarnt hat, dass China „gezielte, industriell skalierte Kampagnen" betreibe, um amerikanische KI‑Systeme zu stehlen, und gleichzeitig heimische Bewegungen fördere, die die US‑Technologieinnovation freiwillig eindämmen würden.

Chinesische Propaganda befeuert die Debatte

Staatsnahe Medien wie China Daily und das China Global Television Network (CGTN) haben in den USA eine Kampagne gestartet, die das Wachstum von Rechenzentren als Umweltkrise darstellt. Die Botschaft scheint bei einigen US‑Politikern Anklang zu finden; Senator Sanders nahm kürzlich an einer Diskussion über die „existenzielle Bedrohung durch KI" mit zwei chinesischen Wissenschaftlern teil.

Behörden zufolge sei die Kampagne Teil einer umfassenderen chinesischen Strategie, die Entwicklung künstlicher Intelligenz in den USA zu behindern, während die beiden Mächte um die globale Vorherrschaft in diesem Bereich kämpfen.

Inländische Kritiker und ausländische Verbündete

Kritiker des Moratoriums warnen, dass ein Stopp beim Bau von Rechenzentren die Fähigkeit der USA untergraben würde, im KI‑Wettbewerb mit China mitzuhalten. Finanzminister Scott Bessent tadelte Senator Sanders wegen der Diskussion mit chinesischen Wissenschaftlern und sagte: „Anstatt amerikanische Innovation zu nutzen, lädt Senator Sanders ausländische Staatsangehörige ein, den USA zu sagen, wie KI zu regulieren sei", und fügte hinzu, dass dieser Schritt einem Auslandsrat bei der heimischen Regulierung gleichkomme.

Chinas eigene Politik steht im krassen Gegensatz zu seiner Außenkommunikation. Die chinesische Regierung subventioniert bis zu die Hälfte der Energiekosten von Rechenzentren für ihre Technologieunternehmen und fördert aktiv heimische Firmen als Alternativen zu US‑Anbietern.

Staatsnahe Propagandamedien in Russland und Iran haben ähnliche anti‑Rechenzentrum‑Narrative verbreitet. Ein aktueller Artikel des russischen Senders RT forderte Verbote für Rechenzentren in Maine, New York, South Carolina und Oklahoma und berief sich dabei auf Energie‑ und Umweltbedenken.

Auch innerhalb der USA haben Organisationen, die sich gegen die KI‑Entwicklung aussprechen, die Berichterstattung zu diesem Thema finanziert. Das Tarbell Center for AI Journalism, finanziert vom anti‑KI‑Future‑of‑Life‑Institute, bezahlte das Gehalt eines NBC‑Journalisten, der über rechtliche Drohungen von OpenAI gegenüber gemeinnützigen Gruppen berichtete, die das Unternehmen ablehnen. Ähnliche Finanzierungsströme haben die Berichterstattung bei Bloomberg, Time und der Los Angeles Times unterstützt.

Strategische Interessen der USA

Das Weiße Haus hat zu verstärkten Investitionen in KI‑Forschung und -Entwicklung aufgerufen, verbunden mit stärkeren Schutzmaßnahmen für geistiges Eigentum und Sicherheitsvorkehrungen gegen den Diebstahl sensibler Technologie. Beamte betonen, dass die Debatte über den Ausbau von Rechenzentren nicht nur eine Umweltfrage sei, sondern eine Frage von nationaler Sicherheit und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit.

Während die USA Klimaaspekte mit dem Imperativ, die Führungsposition in der künstlichen Intelligenz zu bewahren, abwägen, wird das Thema voraussichtlich stark politisiert bleiben. Das Ergebnis wird sowohl die Energiepolitik des Landes als auch seine Stellung im globalen KI‑Wettlauf prägen.