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US-Leiter für erneuerbare Energiekredite warnt vor Unternehmensverlagerung nach Europa bei Finanzierungsunsicherheit

Unsichere Bundesmittel für das Energie‑Kreditprogramm der USA treiben Unternehmen dazu, über eine Verlagerung nach Europa nachzudenken.

Von Daniel Reed··
US-Leiter für erneuerbare Energiekredite warnt vor Unternehmensverlagerung nach Europa bei Finanzierungsunsicherheit

Jigar Shah, der Leiter des Energie‑Kreditprogramms der Biden‑Administration, hat seit der Gründung des Programms im Jahr 2005 die Vergabe von Milliarden‑Dollar‑Krediten an Unternehmen der erneuerbaren Energien überwacht. Das Kreditprogramm des Energieministeriums, das Solarfarmen, Windparks, fortschrittliche Biokraftstoffe und Kernenergie finanziert, steht nun im Mittelpunkt wachsender Besorgnis unter Führungskräften der grünen Wirtschaft.

Die Unsicherheit über künftige Bundesmittel, die jedes Jahr im Haushaltsverfahren festgelegt werden, hat viele Unternehmen „nervös und verwirrt" gemacht, so Branchenführer. Einige Firmen, die während der Biden‑Ära Kredite erhalten haben, prüfen bereits die Möglichkeit, Teile oder die gesamte Produktion außerhalb der USA zu verlagern.

Europäische Kontaktaufnahme intensiviert sich

Bloomberg berichtet, dass Shah in Brüssel Beamte trifft, um zu erörtern, wie die Europäische Union Unternehmen aufnehmen kann, die einen Rückgang der US‑Unterstützung befürchten. Europäische Verantwortliche wurden aufgefordert, schnell zu handeln; eine Quelle sagte, sie „müssen zügig handeln". Die eigene Klimastrategie der EU, der European Green Deal, zusammen mit Förderprogrammen wie Horizon Europe und der Finanzierung durch die Europäische Investitionsbank, wird als sofortige Alternative für Unternehmen präsentiert, die stabile, langfristige Unterstützung suchen.

Plug Power veranschaulicht das Dilemma. Das Unternehmen sicherte sich in der letzten Woche der Biden‑Administration eine staatliche Kreditgarantie von 1,6 Milliarden Dollar, hat jedoch seitdem mehr als 200 Arbeitsplätze in New York abgebaut und beruft sich dabei auf „wirtschaftliche" Gründe. CEO Andy Marsh erklärte, das Unternehmen werde nun den Fokus auf den europäischen Markt legen und nannte den EU Green Deal sowie den UK Energy Act als Hinweis auf einen „Opportunitätskanal im Wert von über 21 Milliarden Dollar". Plug Power versucht weiterhin, die 1,6 Milliarden‑Dollar‑Garantie vom Energieministerium zu erhalten.

Weitere Kreditnehmer stehen vor ähnlichen Problemen. Der Batteriezulieferer Li‑Cycle erhielt im November 2024 einen Kredit von 375 Millionen Dollar, stellte jedoch im Mai den Betrieb ein. Der Solaranbieter Sunnova wurde eine Kreditgarantie von 3 Milliarden Dollar zugesprochen und soll kurz vor dem Bankrott stehen. Energieminister Chris Wright warnte, dass einige Kredite storniert werden könnten, und betonte, dass die Finanzierung das Leben der amerikanischen Bevölkerung verbessern müsse.

Das Kreditprogramm des Energieministeriums wurde für die Förderung neuer Energietechnologien gelobt, hat aber auch Kritik wegen mangelnder Transparenz und Rechenschaftspflicht auf sich gezogen. Da die Mittel jährlich im Haushaltsverfahren festgelegt werden, sehen Unternehmen, die auf das Programm angewiesen sind, ein Umfeld der Unsicherheit, das nun zu einem möglichen Exodus nach Europa führt.

Sollte die USA ihre Kreditverpflichtungen reduzieren, könnten die bestehenden Mechanismen der EU, vom Green Deal über Horizon Europe bis zu den Finanzierungsprogrammen der Europäischen Investitionsbank, Unternehmen, die erneuerbare‑Energie‑Projekte weiterentwickeln wollen, ohne das Risiko eines plötzlichen Mittelverlustes, eine Rettungsleine bieten.