Die Enthüllung, dass der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom (D) 50.000 Dollar an Kampagnenspenden von einem hochrangigen BYD‑Beamten erhalten hat, hat die Debatte über die Beschaffungspraktiken des Staates und die weiterreichenden sicherheitspolitischen Folgen der chinesischen Beteiligung an kritischer Infrastruktur verschärft.
Kampagnenspenden
Li Ke, der als Executive Vice President von BYD Company und Präsident von BYD Americas tätig ist, spendete laut kalifornischen Wahlkampffinanzierungsunterlagen 20.000 Dollar an Newsoms Gouverneurswahlkampf 2018 und weitere 30.000 Dollar an seine Wiederwahlkampagne 2022. Der Gesamtbetrag übertrifft alle anderen Spenden, die Li zusammen an kalifornische Kandidaten geleistet hat.
Pentagon‑Bezeichnung
Anfang dieser Woche hat das US-Verteidigungsministerium BYD auf eine Liste chinesischer Unternehmen gesetzt, die als Unterstützer der militärischen Modernisierung Pekings gelten. Die 2021 erstmals erstellte Liste richtet sich gegen Firmen, die dem chinesischen Militär, der Volksbefreiungsarmee, private‑technologische Lösungen liefern.
Analysten warnen seit Langem, dass BYD eng mit der chinesischen Regierung verknüpft sei, und verweisen auf die Beteiligung am kommunistischen „Made in China 2025"-Programm, das die weltweite Lieferkette für Elektrofahrzeuge dominieren soll. Die US‑China Economic and Security Review Commission hat dokumentiert, wie staatliche Subventionen und gemeinsame Militärforschung BYD zum größten Elektrofahrzeughersteller der Welt gemacht haben.
Staatliche Aufträge und Leistungsprobleme
Seit 2018 hat die Newsom‑Administration BYD mehrere Aufträge erteilt, darunter ein milliardenschweres, nicht ausgeschriebenes Abkommen über die Lieferung von COVID‑19‑Masken sowie einen separaten Vertrag zur Bereitstellung von Elektro‑Bussen für das Dekarbonisierungsprogramm des Staates. Der Maskenauftrag geriet in die Kritik, weil BYD Lieferfristen verpasste und die ersten bundesstaatlichen Zertifizierungsprüfungen nicht bestand.
Im Jahr 2020 wählte Kalifornien BYD aus, um Elektro‑Busse zu liefern, obwohl es bundesweite Beschränkungen für die Finanzierung von Fahrzeugen gibt, die von Unternehmen mit chinesischen Militärverbindungen hergestellt werden.
Politische Reaktion
Der frühere US‑Botschafter Joseph Cella, inzwischen Präsident der Secure Our States Coalition, warnte, dass der Gouverneur zu einem verwundbaren Ansatzpunkt für chinesischen Einfluss geworden sein könnte, und sagte: „China sucht immer nach einem schwachen Glied und ich glaube, sie haben ein schwaches Glied in Gouverneur Newsom gefunden." Weiterhin fügte er hinzu: „Das Verteidigungsministerium hat BYD aus gutem Grund auf die schwarze Liste gesetzt; das bedeutet eine Bedrohung der US‑nationalen Sicherheit."
Gesetzgeber stellten Newsoms Verteidigung von BYD in Frage, nachdem der Kongress Kaliforniens Vorgabe für Elektrofahrzeuge blockierte; der Gouverneur argumentierte, die Regelung würde das Unternehmen daran hindern, Fahrzeuge in den USA zu verkaufen, weil sie im Ausland produziert werden.
Unternehmensprofil und Reaktion
BYD vertreibt in den USA keine Elektro‑Pkw für Endverbraucher, betreibt jedoch ein Werk für Elektro‑Busse im Süden Kaliforniens. Ein Radarlock‑Bericht aus dem Jahr 2019 stellte fest, dass viele Produkte des Unternehmens Komponenten enthalten, die von chinesischen Staatsunternehmen bezogen werden.
Sowohl das Büro des Gouverneurs als auch BYD lehnten eine Stellungnahme ab, als sie um ein Kommentar gebeten wurden.
