Jason Arday trat von seiner Stelle an der Universität Cambridge zurück, nachdem eine Untersuchung seines wissenschaftlichen Verhaltens eingeleitet worden war. Die universitäre Untersuchung ging der Veröffentlichung eines Memoirs mit dem Titel Great and Unfortunate Things voraus, das von Simon & Schuster herausgegeben wird.
Das Washington Free Beacon erhielt Vorabexemplare des Manuskripts, bevor es öffentlich erschien. Laut dem Verlag wurde das Manuskript zwischen Januar und Juni dieses Jahres redaktionell überarbeitet. Zu den Änderungen gehörten das Umschreiben von direkten Zitaten, das Entfernen von Namen von Personen, die mit Ardays wohltätiger Arbeit verbunden waren, sowie das Abmildern von Formulierungen, die als belastend interpretiert werden könnten.
Der Umfang der Änderungen wirft die Frage auf, wie viel Simon & Schuster über die Vorwürfe gegen Arday wusste, bevor sie öffentlich wurden. Das Memoir schildert Ardays Kindheit als schwer autistischer, aus der Arbeiterklasse stammender Brite und seinen Aufstieg zum jüngsten schwarzen Professor in der achthundertjährigen Geschichte Cambridges. Das Buch wird jedoch wegen Plagiaten, Unehrlichkeit und akademischem Betrug beschuldigt.
Ein Sprecher von Simon & Schuster erklärte, dass Arday eng mit einem Co‑Autor zusammengearbeitet habe und dass die redaktionellen und juristischen Teams des Verlags in die Recherche, das Schreiben und die Überprüfung der Darstellung eingebunden waren. Das Memoir wurde mit Unterstützung der Ghostwriterin und Redakteurin Eve Claxton erstellt.
Der Linguistikprofessor John McWhorter von der Columbia University kritisierte die Entscheidung zu veröffentlichen und argumentierte, sie entmenschliche Arday und zeige mangelndes Mitgefühl für jemanden, der ernsthaften Fehlverhaltenvorwürfen gegenübersteht. Die Good Law Project, eine linke Rechtsvertretungsgruppe, verteidigte zunächst Arday und verbreitete ein offenes Schreiben, in dem die Vorwürfe als völlig falsch und als Produkt einer rassistischen rechtsgerichteten Verschwörung dargestellt wurden. Nachdem weitere Beweise ans Licht kamen, zogen mehrere Cambridge‑Wissenschaftler, die das Schreiben unterzeichnet hatten, ihre Unterstützung zurück, und einer von ihnen löste zudem seine Zugehörigkeit zur Universität.
Der belgische Wissenschaftler Nathan Cofnas, der erstmals die Plagiatsvorwürfe gegen Arday meldete, sagte, der Fall zeige, dass bloßer Wille ohne Können und Talent nicht ausreiche. Kritiker bezeichneten Ardays Berufung an Cambridge zudem als Symbolpolitik.
Die Kontroverse hat eine breitere Debatte über akademische Integrität, Diversität und Inklusion in der Hochschulbildung ausgelöst. Simon & Schuster hat noch nicht entschieden, ob das Memoir zurückgezogen oder weitere Maßnahmen als Reaktion auf die Kritik ergriffen werden.
