Das Weiße Haus bestätigte am Sonntag, dass Präsident Joe Biden mit metastasierendem Prostatakrebs diagnostiziert wurde, einer Phase, in der sich die Erkrankung über die Prostata hinaus ausgebreitet hat und als schwerwiegend gilt.
Der ehemalige Weißhausarzt Ronny Jackson, der den Präsidenten Barack Obama und Donald Trump betreute, sagte, er habe nach der Ankündigung mehrere Urologen konsultiert und alle seien sich einig, dass der Krebs weit fortgeschritten sei. Er schätzte, dass die verbleibende Lebenszeit des Präsidenten zwischen zwölf und achtzehn Monaten liegen könnte, äußerte jedoch die Hoffnung, dass das Zeitfenster länger sein könnte.
Jackson vermutete, dass der Präsident bereits vor der öffentlichen Bekanntmachung über seinen Prostatazustand informiert gewesen sein könnte und dass diese Information den Wählern nicht mitgeteilt wurde. Er wies darauf hin, dass er für Obama und Trump jährliche medizinische Untersuchungen durchführte, einschließlich des Prostata-spezifischen Antigen-Tests, und erklärte, dass Prostatakrebs häufig ambulant behandelt werden kann, sodass Eingriffe in wenigen Stunden ohne Krankenhausaufenthalt abgeschlossen werden.
Der ehemalige Arzt machte Dr. Kevin O'Connor, Bidens langjährigem Hausarzt, für die Situation verantwortlich und behauptete, O'Connor habe entweder falsche Angaben gemacht oder sei inkompetent gewesen. O'Connor hatte zuvor berichtet, dass der Präsident vor der Wahl 2020 wegen einer benignen Prostatahyperplasie behandelt wurde.
Weitere Details kamen ans Licht, wonach der Präsident in einer Rede von 2022 beiläufig erwähnte, an Krebs zu leiden, und dass wenige Tage vor seinem Amtsverlassen ein Bluterguss an seiner linken Hand auftrat.
Kontext und Auswirkungen
Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern in den Vereinigten Staaten, mit jährlich über zweihunderttausend neu diagnostizierten Fällen. Wird die Krankheit metastatisch, umfassen die Behandlungsmöglichkeiten typischerweise Operation, Strahlentherapie, Hormontherapie, Chemotherapie und aktive Überwachung, oft ambulant durchgeführt.
Die Bekanntgabe wirft Fragen darüber auf, wie das Weiße Haus Gesundheitsinformationen verwaltet und veröffentlicht, insbesondere im Hinblick auf den Health Insurance Portability and Accountability Act, der Gesundheitsdienstleister verpflichtet, Patientendaten vertraulich zu behandeln, selbst bei öffentlichen Amtsträgern. Der Vorfall könnte eine erneute Diskussion über die Pflichten des Weißhausarztes auslösen, das Spannungsfeld zwischen Privatsphäre und dem öffentlichen Informationsrecht auszubalancieren.
Gesundheitsbehörden betonen die Bedeutung von Aufklärung über Prostatakrebs und regelmäßiger Früherkennung und fordern Leser in den USA und Kanada auf, geeignete Tests mit ihren Ärzten zu besprechen.
