Der 34‑jährige sozialistische Bürgermeister von New York City, Zohran Mamdani, veröffentlichte am 21. Juli ein Video, in dem er Premierminister Benjamin Netanyahu Kriegsverbrechen und Völkermord vorwarf. Innerhalb eines Tages erreichte der Clip mehr als 58 Millionen Aufrufe auf X, 8,5 Millionen auf Facebook und fast 2 Millionen auf YouTube.
Inhalt der Ansprache des Bürgermeisters
Mamdani erklärte, Netanyahu sei „in New York City nicht willkommen" und bezeichnete ihn als „Kriegsverbrecher, den Architekten eines grausamen Völkermords an den Palästinensern". Er behauptete, israelische Truppen hätten gezielt Krankenhäuser angegriffen, Zivilisten ausgehungert und Helfer getötet, und fügte hinzu: „Wir Amerikaner zahlen für die Bomben, die das Töten ausführen."
Reaktion der israelischen Politik, ein seltener Konsens
Der frühere Premierminister Naftali Bennett reagierte auf X und sagte, Mamdanis Behauptungen würden „dich auf die falsche Seite der Geschichte stellen". Gadi Eisenkot, ein rivalisierender Kandidat für das Premieramt, wies die Äußerungen als „reinen Antisemitismus" zurück, der „keine faktische Grundlage habe". Verteidigungsminister Gideon Sa'ar berief sich auf die Einschätzung eines Kriegsexperten, dass Israel Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten ergriffen habe, während die Hamas darauf abziele, die Opferzahlen zu erhöhen. Benny Gantz, ein weiterer Gegner Netanyahus, beschuldigte Mamdani, „Hamas‑Lügen nachzusprechen" und „politisches Theater" zu betreiben, und forderte den Bürgermeister auf, sich auf die eigenen Probleme New Yorks zu konzentrieren.
US‑basierte jüdische Organisationen schließen sich der Kritik an
Die UJA‑Federation of New York und die Anti‑Defamation League verurteilten die Äußerungen ebenfalls. ADL‑Chef Jonathan Greenblatt verband Mamdanis Haltung mit einem Anstieg des Antisemitismus und bezeichnete die Kritik des Bürgermeisters am American Israel Public Affairs Committee als Beschimpfung seiner Mitglieder als „Monster".
Rechtliche und diplomatische Folgen
Mamdani's Rechtsbeistand wies darauf hin, dass der Bürgermeister nicht befugt sei, einen ausländischen Regierungschef festzunehmen, ein Umstand, der durch die politischen Gegebenheiten in New York deutlich wird. israelische Beamte warnten, dass solche Rhetorik die künftige US‑Außenpolitik beeinflussen könnte, falls ähnliche Stimmen auf Bundesebene an Macht gewinnen.
Historischer Kontext und lokale Kritik
Bürgermeister von New York haben sich bereits zuvor in israelbezogene Fragen eingemischt, Rudolph Giuliani vertrieb 1995 Yasser Arafat und Michael Bloomberg unternahm 2009 einen Solidaritätsbesuch, doch Mamdanis Vorgehen stellt einen deutlichen Bruch dar. Lokale Kritiker argumentieren, dass der Fokus des Bürgermeisters auf internationale Themen von drängenden städtischen Problemen wie wirtschaftlichem Niedergang und der Abwanderung von Steuerzahlern ablenke.
Erstmals berichtet aus dem Quellmaterial.
