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NY Times verleiht Washingtons Albi erstmals vier Sterne außerhalb von New York

Die New York Times hat dem Washingtoner Albi als erstem Restaurant außerhalb von New York vier Sterne verliehen, was eine seltene Auszeichnung und politische Diskussion auslöst.

Von Jessica Morgan··
NY Times verleiht Washingtons Albi erstmals vier Sterne außerhalb von New York

Albi, ein auf Palästinenser ausgerichtetes Restaurant in Washington, D.C., hat von der New York Times eine Vier‑Sterne‑Bewertung erhalten - das erste Mal, dass die Zeitung ihre höchste Bewertung an ein Restaurant außerhalb von New York City verliehen hat. Die Bewertung, die 2026 veröffentlicht wurde, macht das Lokal zum sechsten überhaupt, das seit Beginn der Restaurantkritiken der Times im Jahr 1963 diese Auszeichnung erhalten hat, und reiht es in eine exklusive Gruppe von fünf New‑York‑Einrichtungen ein.

Chef Michael Rafidis Vision

Die Bewertung, geschrieben von Ligaya Mishan, lobte das „offensichtliche, unverhohlene Vergnügen" des Restaurants und beschrieb Chef Michael Rafidis Ansatz als die Schaffung einer „vollständig realisierten Welt". Rafidi, der in Maryland aufwuchs und dessen Großeltern aus Ramallah stammen, hat Auszeichnungen öffentlich Palästina gewidmet und kritisiert offen israelische Politik. Auf der Website des Restaurants findet sich ein Gedicht des palästinensischen Dichters Mahmoud Darwish, der 1993 die Palästinensische Befreiungsorganisation verließ wegen der Oslo‑Abkommen.

Weinkarte und politische Signalisierung

Albis Weinkarte präsentiert libanesische Flaschen, die bis zu 650 $ kosten, während bewusst jegliche israelische Etiketten weggelassen werden. Die Times hat Libanons Bekaa‑Tal - eine zentrale Quelle vieler dieser Weine - zuvor als „Hezbollah‑Bastion" und „eines der fruchtbarsten Rekrutierungsgebiete der Hezbollah" bezeichnet. Die Vereinigten Staaten stufen die Hezbollah als ausländische Terrororganisation ein und verweisen auf Angriffe wie die Bombenanschläge von 1983 in Beirut, bei denen 299 Menschen starben, die meisten davon Amerikaner.

Kritik an den Bewertungskriterien

In einem Interview 2026 mit dem Columbia Journalism Review sagte Mishan, ihre Arbeit solle „die aktuelle Ordnung untergraben und Macht neu verteilen". Sie hat die Vier‑Sterne‑Standards auch als erfordere „Liebe" beschrieben, während Kollegin Tejal Rao meinte, sie erfordere „außergewöhnliche, subversive oder transzendente" Qualitäten. Diese Aussagen haben eine Debatte unter den Lesern entfacht, von denen einige sich fragen, ob die Bewertung politischer Ausrichtung ebenso viel Gewicht beimesse wie kulinarische Exzellenz.

Muster politischer Einordnung

Die Albi‑Bewertung folgt einem Muster der Times‑Berichterstattung, das die palästinensische Küche häufig durch eine politische Brille betrachtet. 2024 schrieb Mishan über ein palästinensisches Dessert und verwies auf das „Leben unter Israels Besatzung des Westjordanlands und seiner Blockade des Gazastreifens" und schloss, dass „Essen die wirksamste Form von Propaganda sein kann". Kritiker haben bemerkt, dass die Zeitung frühere israelische Verbindungen von Köchen wie Yotam Ottolenghi heruntergespielt hat, indem sie ihn einfach als „Britisch" bezeichnete.

Restaurantrichtlinien und öffentliche Reaktion

Auf Albis Website wird eine 3 %ige „Mitarbeiter‑Wellness‑Gebühr" aufgeführt und angegeben, dass bestimmte Gerichte den Halal‑Standards entsprechen. Nachdem Rafidi 2024 einen James‑Beard‑Foundation‑Preis gewonnen hatte, schrieb er auf Instagram: „Dieser Preis ist dem Volk Palästinas gewidmet." Die Kommentare der Leser waren gemischt; ein Rezensent schrieb: „Ist Albi ein herausragendes Restaurant? Ja. Hat es aus Gründen jenseits des Essens einen besonderen Moment? Absolut."

zuerst gemeldet von The New York Times