Der Meinungsjournalist Nicholas Kristof hat bis Dezember 2025 Bill Gates und die Gates‑Stiftung in einer Reihe von Kolumnen thematisiert, obwohl die Treffen des Philanthropen mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seit 2019 von der New York Times berichtet werden.
Kristofs Beiträge hoben die Rolle der Stiftung bei der Senkung der Kindersterblichkeit und der Bekämpfung von Krankheiten hervor, vermieden jedoch konsequent jede Bezugnahme auf Gates' dokumentierte Beziehung zu Epstein. Dieses Auslassungsmuster ist bemerkenswert, weil die Nachrichtenredaktion der Zeitung die Verbindung zwischen Gates und Epstein ausführlich behandelt hat.
Auslassungen trotz Befürwortung
Im Februar 2025 schrieb Kristof eine Kolumne über die Ausbeutung von Frauen durch Epstein mit dem Titel „What Trafficked Girls Think of Jeffrey Epstein and His Pals". Der Artikel erwähnte Gates nicht, obwohl die Times die Geschichte ihrer Verbindung bereits sechs Jahre zuvor veröffentlicht hatte.
Kristof lobte die Gates‑Stiftung außerdem als Vorbild für humanitäre Arbeit in seinem 2015 erschienenen Buch A Path Appears, in dem er behauptete, die „Investitionen der Stiftung retten Leben zu einem Preis von 2.000 Dollar pro Fall".
Während der COVID‑19‑Pandemie zitierte er Gates mit der Warnung, „dieses Virus könnte eine ‚Pandemie des Jahrhunderts' sein", ohne die persönlichen Kontroversen des Milliardärs zu thematisieren.
In einer Kolumne vom Dezember 2025 führte Kristof Daten der Stiftung zur Kindersterblichkeit an und schrieb, „die Zahl der weltweit vor dem fünften Lebensjahr sterbenden Kinder soll laut Gates‑Stiftung um etwa 200.000 gestiegen sein".
Weiteres Lob und persönliche Details
Kristofs Bewunderung ging über die Politik hinaus. In Kolumnen von 2015 und 2019 lobte er die Ehe der Gateses, beschrieb ihr „Kopfkissen‑Gespräch" über Philanthropie und stellte fest, dass Bill Gates seine Kinder nach der Trennung des Paares im Jahr 2021 weiterhin zur Schule fuhr, wobei die Trennung mit Bedenken hinsichtlich Epstein in Verbindung gebracht wurde.
Reaktionen und institutionelle Antwort
Das Wall Street Journal berichtete im Mai 2025, dass Enthüllungen über Gates' Verbindungen zu Epstein sein sorgfältig aufgebautes öffentliches Image „zerschmettert" hätten, und zitierte Zeugenaussagen, wonach Epstein versucht habe, Gates wegen seiner Untreuen zu erpressen. Gates bezeichnet die Verbindung heute als „schweren Fehlurteil".
Nachdem eine Analyse des Washington Free Beacon aufgedeckt hatte, dass Kristof bei seiner Kandidatur für das Gouverneuramt von Oregon im Jahr 2022 Spenden in Höhe von 100.000 Dollar von den Gateses nicht offengelegt hatte, veröffentlichte die New York Times eine Erklärung gegenüber Fox News, dass „Redakteure von Times Opinion die Arbeiten des Kolumnisten prüfen", um „weitere Klarstellungen für die Leser zu ermitteln". Die Zeitung räumte zudem ein, dass „frühere politische Spenden einiger Personen, die Nick Kristof in seinen Kolumnen erwähnte, den Lesern klarer hätten dargestellt werden müssen".
Die Geschichte wurde zuerst vom Wall Street Journal berichtet.
