NPR hat einen Bericht zurückgezogen, in dem behauptet wurde, dass Richter Samuel Alito beabsichtige, in den Ruhestand zu gehen, und stattdessen eine Anmerkung der Redaktion veröffentlicht, die den Fehler der erfahrenen Rechtskorrespondentin Nina Totenberg zuschreibt, die den Obersten Gerichtshof seit fünf Jahrzehnten berichtet.
Der Rückzug hat breitere Bedenken hinsichtlich der redaktionellen Aufsicht des Senders neu entfacht, wobei Kritiker auf weitere Berichte verweisen, die ihrer Ansicht nach faktische Ungenauigkeiten enthalten, die nicht korrigiert wurden.
In den letzten Jahren hat sich das Finanzierungsmodell von NPR drastisch verändert. Nachdem republikanische Kongressabgeordnete, darunter der ehemalige Präsident Donald Trump, die Abschaffung staatlicher Subventionen anstrebten, verlor der Sender seine staatliche Finanzierung und ist nun auf private Spender und linksgerichtete Stiftungen angewiesen. Kritiker argumentieren, dass diese Veränderung die wahrgenommene parteiische Ausrichtung verstärkt habe.
Die Beobachtungsgruppe Camera, die die Berichterstattung über den Nahen Osten überwacht, hat NPR beschuldigt, konsequent Narrative zu bevorzugen, die mit der Hisbollah statt mit Israel übereinstimmen. Ihre Direktorin, Jennifer Kouzi, schrieb: „NPR hat den grundlegenden moralischen Kompass aufgegeben, den Nachrichtenkonsumenten von der journalistischen Arbeit erwarten sollten."
Der konservative Medienbeobachter Media Research Center hat eine Reihe von Beispielen zusammengestellt, die seiner Ansicht nach eine linke Voreingenommenheit belegen. Seine Analyse der Berichterstattung über das New Yorker Stadtratmitglied Zohran Mamdani behauptet, Interviewer hätten „leichte Fragen gestellt, die wie die von Demokraten bei einem Wahlkreis‑Kaucus klangen." Das Zentrum hob zudem einen Beitrag hervor, in dem ein mutmaßlicher Mörder als „heiß" bezeichnet wurde, und bezeichnete dies als Hinweis auf eine „vorhersehbare anti‑Trump‑, anti‑Israel‑Haltung".
Die Auslandsberichterstattung geriet besonders in die Kritik. Beiträge aus dem Libanon wurden beschuldigt, die Botschaften der Hisbollah zu wiederholen, anstatt eine kritische Analyse der Aktivitäten der Gruppe zu liefern. Laut Kritikern geht die inländische politische Berichterstattung häufig davon aus, dass Donald Trump eine Gefahr für die Demokratie darstelle, und präsentiert regelmäßig Gäste aus linksgerichteten Organisationen, um diese Ansicht zu untermauern.
Ein kürzlich von NPR veröffentlichter Beitrag über Wissenschaftler, die nach Trumps Wiederwahl ins Vereinigte Königreich ziehen, zitierte die UC‑Irvine‑Forscherin Megan Peters, die sagte: „Es wurde sehr schnell deutlich, dass die neue Regierung die Hochschulbildung nicht schätzt." Kritiker bemerken, dass der Beitrag Kontext wie Trumps Ernennungen an Elite‑Universitäten oder seine bildungspolitischen Vorschläge weggelassen habe, was auf ein Muster unkritischer Berichterstattung hindeutet.
Die Ansammlung dieser Beschwerden hat zu Forderungen nach mehr Verantwortung bei NPR geführt, wobei Beobachter den Sender auffordern, die wahrgenommenen Voreingenommenheiten zu beheben und seine Faktenprüfungs‑Verfahren zu verbessern.
