Die Entscheidung von Gouverneurin Kathy Hochul, ein einjähriges Moratorium für den Bau neuer Datenzentren zu verhängen, hat eine breite Koalition von Gegnern mobilisiert. Befürworter der Wirtschaftsentwicklung, Technologie‑Führungskräfte und Arbeitsvertreter argumentieren, dass die Pause die bereits fragile Wirtschaft im Norden des Bundesstaates weiter schwächen wird, während Senator Tom Cotton, Vorsitzender des Senatsausschusses für Geheimdienste, gewarnt hat, dass ausländische Akteure versuchen könnten, die US‑KI‑Infrastrukturpolitik zu beeinflussen.
Politischer Konflikt mit einem Großentwickler
Ken Griffin, Gründer und CEO des Hedgefonds Citadel, warnte in einem Goldman‑Sachs‑Podcast vom 9. Juli, dass das Aufschieben in‑ländischer Datenzentrum‑Bauten die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern erhöhen könnte. Er fragte die Zuhörer: „Sie werden gebaut werden. Will man sie hier in Amerika bauen? Oder will man sie im Ausland bauen?" Griffin, dessen Unternehmen ein 6‑Milliarden‑Dollar‑Entwicklungsprojekt in New York City verfolgt, sagte, das Moratorium gefährde diese Investition und könnte den Staat einen hochkarätigen Arbeitsplatzerzeuger kosten.
Sicherheitsbedenken
Am 10. Juni 2026 schrieb Senator Tom Cotton (R‑AR) an das Justizministerium und forderte eine Untersuchung möglicher ausländischer Einflusskampagnen, die auf die US‑KI‑Infrastruktur abzielen. In dem Schreiben betonte er: „Die Aufrechterhaltung von Amerikas KI‑Vorsprung ist für die nationale Sicherheit und wirtschaftliche Stärke von entscheidender Bedeutung." Das Justizministerium hat öffentlich nicht auf die Anfrage reagiert.
Energiepolitik und Kostenargumente
Kritiker verknüpfen das Moratorium mit New Yorks Energie‑Rahmen, insbesondere einem 2019 verabschiedeten Klimagesetz von Ex‑Gouverneur Andrew Cuomo, das Erneuer‑Energie‑Subventionen einführte, neue Genehmigungen für Kraftwerke blockierte und 2021 die Schließung des Kernkraftwerks Indian Point zur Folge hatte. Verzögerungen bei geplanten Erdgas‑Pipelines, dem Northeast Supply Enhancement und der Constitution Pipeline, haben das Angebot weiter eingeschränkt, während das benachbarte Pennsylvania die an der Grenze liegenden Marcellus‑Schiefer‑Vorkommen nutzt.
Ken Girardin, Fellow am Manhattan Institute, wischte die Begründung der Gouverneurin als „Virtue‑Signalling" ab und argumentierte, „Albany will über Datenzentren reden, weil Albany nicht über das reden will, was tatsächlich die Strompreise in die Höhe getrieben hat, die eigenen Politiken", und dass Gas bereits über die Staatsgrenze hinweg produziert wird.
Arbeits‑ und Unternehmensopposition
Mark McManus, Präsident der United Association of Union Plumbers and Pipefitters, bezeichnete die Pause als „kurzsichtig" und sagte, sie „töte gut bezahlte Gewerkschaftsarbeitsplätze". Justin Wilcox, Direktor von Upstate United, warnte, dass die Politik die lokale Kontrolle untergrabe und Investitionen in Staaten wie Virginia und Texas umlenke, die aktiv Datenzentrum‑Projekte anwerben.
Verteidigung der Gouverneurin und kommende Auflagen
Hochul verteidigte das Moratorium mit Verweis auf Netzkapazität und Auswirkungen auf die Gemeinden. Sie erklärte, hyperskalige KI‑Datenzentren „verbrauchen enorme Mengen an Strom, sie drohen die Kapazität unseres Netzes zu übersteigen und treiben die Kosten für lokale Stromkunden in die Höhe." Die Verwaltung plant, zukünftige Betriebsgenehmigungen an die Bedingung zu knüpfen, dass Datenzentrum‑Betreiber Netzerweiterungen finanzieren und festgelegte Arbeitsstandards einhalten.
Die Debatte geht weiter, während New York versucht, Energiezuverlässigkeit, Wirtschaftsentwicklung und nationale Sicherheitsaspekte im rasant wachsenden KI‑ und Datenzentrum‑Sektor in Einklang zu bringen.
