Ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht der National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (NASEM) behauptet, dass vom Menschen verursachte Änderungen der Thermodynamik des Klimasystems direkte und gut verstandene Auswirkungen auf extreme Temperaturen, Starkregen und kombinierte Hitze‑Trocken‑Ereignisse haben. Obwohl die wissenschaftlichen Schlussfolgerungen eindeutig sind, geriet das Dokument sofort in die Kritik, weil es Beiträge von Personen und Organisationen anerkennt, die in Klagen gegen große Ölkonzerne verwickelt sind.
Rechtliche Verbindungen im Bericht
Im Bericht wird Michael Burger als Mitwirkender genannt. Burger ist Rechtswissenschaftler und Counsel bei Sher Edling, der Kanzlei, die im Auftrag von von Demokraten geführten Bundesstaaten und Städten Chevron, ExxonMobil und andere Ölkonzerne verklagt. Obwohl Burger zudem dem Sabin Center for Climate Change Law der Columbia University angehört, nennt der Bericht seine Funktion bei Sher Edling nicht, obwohl er NASEM in einer Präsentation 2024 über seine Beteiligung an den Prozessen informierte. Die Klagen von Sher Edling betreffen Rechtsgebiete, in denen zusammen etwa ein Viertel der US‑Bevölkerung lebt.
Finanzierung und Forschungsquellen
Zusätzlich zu Burgers Beitrag verweist NASEM auf Forschungen von Climate Central, einer gemeinnützigen Organisation, deren Geldgeber unter anderem Stiftungen sind, die seit 2017 insgesamt 26,5 Millionen Dollar für Anti‑Öl‑Klagen gespendet haben. Die Methodik von Climate Central, einzelne Wetterereignisse dem Klimawandel zuzuordnen, wurde bereits als politisch motiviert kritisiert.
Die Heising‑Simons Foundation, die den NASEM‑Bericht finanziert hat, ist mit der Koalition „America Is All In" verbunden. Diese Koalition wird von der ehemaligen Biden‑Klima‑Beamtin Gina McCarthy und dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom (D) geleitet, die beide für aggressive Emissionskürzungen eintreten.
Expertenkritik
Der Verfassungsrechtsexperte John Shu sagte gegenüber dem Washington Free Beacon, die Situation sei „alles sehr verdächtig und zu bequem". Er fügte hinzu, dass die nicht offengelegten Verbindungen des Berichts ein gravierendes Glaubwürdigkeitsproblem darstellen und eindeutig einen Interessenkonflikt nahelegen.
Folgen für bevorstehende Rechtsstreitigkeiten
Der Zeitpunkt des Berichts ist bemerkenswert. Er liegt vor einer Anhörung des Obersten Gerichtshofs im Juli 2026, in der entschieden wird, ob Verfahren wie County of Boulder gegen ExxonMobil weitergeführt werden können. Ein günstiges Urteil könnte einen Präzedenzfall für Schadensersatz in Milliardenhöhe in ähnlichen klimapolitischen Klagen schaffen.
Historischer Kontext
Dies ist nicht das erste Mal, dass die Klimaarbeit von NASEM infrage gestellt wird. 2023 entfernte das Federal Judicial Center ein von Burger mitverfasstes Klimakapitel aus seinem Reference Manual on Scientific Evidence, nachdem republikanische Gesetzgeber und Generalstaatsanwälte Bedenken hinsichtlich seiner Objektivität äußerten.
Kritiker befürchten, dass der aktuelle Bericht das öffentliche Vertrauen in wissenschaftliche Institutionen weiter untergräbt, indem er die Grenze zwischen Forschung und Interessenvertretung verwischt.
