Abdul El‑Sayed, der demokratische Kandidat für den US‑Senat aus Michigan, hat die universelle Krankenversicherung zum zentralen Punkt seiner Kampagne gemacht. Er argumentiert, dass „die Gesundheitsversorgung nicht davon abhängen darf, wer den Lohnzettel unterschreibt" und dass „wir die Gesundheitsversorgung von der Wiege bis ins Grab garantieren können und müssen".
Allerdings haben die persönlichen Verhältnisse des Kandidaten innerhalb des progressiven Lagers Kritik hervorgerufen. Seine Frau, Sarah Jukaku, arbeitet als Psychiaterin in einer Privatpraxis und akzeptiert weder Medicare noch irgendeine andere Versicherung. In einer Google‑Vorschau ihrer FAQ‑Seite war einst eine Frage zur Versicherungsakzeptanz aufgeführt, die darauf hinwies, dass sie keine Versicherungen annimmt; diese Frage wurde inzwischen entfernt.
Jukaku hat ein Medizinstudium an der Columbia University sowie einen Masterabschluss von der University of Oxford. Zuvor war sie am University of Michigan Health System tätig, das Medicare akzeptiert, bevor sie in die Privatpraxis wechselte und sich bewusst dafür entschied, das öffentliche Programm nicht zu nutzen.
Der ehemalige demokratische Berater Dan Turrentine, der im Democratic National Committee tätig war und für Hillary Clinton arbeitete, erklärte, die Situation sei schädlich für die progressive Politik. Er warnte, dass „Geschichten wie diese für Progressive verheerend sind" und fügte hinzu, dass der Gegensatz zwischen der Einzahler‑Botschaft der Kampagne und der Weigerung der Privatpraxis, Medicare zu akzeptieren, „das Bild einer Elite zeichnet, die nicht nach den Regeln spielt, die sie von anderen verlangt".
Turrentine verglich den Fall mit vermeintlichen Doppelstandards bei Gouverneur Gavin Newsom und der ehemaligen Sprecherin Nancy Pelosi während der COVID‑Pandemie und deutete an, dass ähnliche Widersprüche das öffentliche Vertrauen in die Forderung nach einem Einzahler‑System untergraben könnten.
El‑Sayed's Kampagne propagiert weiterhin die Ansicht, dass die Gesundheitsversorgung nicht an die Beschäftigung geknüpft sein sollte und dass eine universelle Absicherung nötig ist, während Gegner auf die aktuelle Praxis im Haushalt hinweisen, die als möglicher Widerspruch zwischen Rhetorik und persönlichem Handeln gilt.
