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STATE BEACON

Memoiren eines ehemaligen liberalen Professors bieten differenzierten Einblick in die Mehrheit der amerikanischen Waffenbesitzer

David Yamane, ein ehemaliger liberaler Professor, analysiert in seinem Buch 'Gun Curious' die Motive der US‑Waffenmajorität und plädiert für ein differenziertes politisches Bild.

Von Emily Brooks··
Memoiren eines ehemaligen liberalen Professors bieten differenzierten Einblick in die Mehrheit der amerikanischen Waffenbesitzer

David Yamanes neues Buch Gun Curious versucht, die Kluft zwischen der waffenbesitzenden Mehrheit der USA und der politischen Debatte zu überbrücken, die sie häufig als Hemmnis für den Fortschritt darstellt. Der ehemalige liberale Professor, der erst nach einer persönlichen Krise in die Welt der Schusswaffen einstieg, besitzt heute dreizehn Waffen und versteht sich als Soziologe der Waffenkultur, nicht als parteiischer Kommentator.

Eine persönliche Wende

Die Reise begann, als Yamane sich von seiner ersten Frau trennte und in ein Mehrfamilienhaus zog. Das Erleben von häuslicher Gewalt durch einen Nachbarn, verbunden mit Yamane eigenem Gefühl der Hilflosigkeit, ließ ihn über persönlichen Schutz nachdenken. Weitere Einflüsse waren seine Begeisterung für die Reality‑Serie Top Shot und ein Freund, der während seiner Dienstzeit bei der Coast Guard eine Waffe trug. Nachdem er zum ersten Mal geschossen hatte, sagt er, sei er „süchtig" geworden, und er erwarb daraufhin einen Waffenschein sowie eine wachsende Sammlung von Schusswaffen.

Die Mehrheit verstehen

Yamane versucht in seiner akademischen Arbeit, die überwiegende Mehrheit der Waffenbesitzer zu beschreiben, die Waffen zu legitimen Zwecken besitzen, Jagd, Schießsport, Selbstverteidigung oder einfach als Hobby, ohne sie zu einer pathologischen Gruppe zu reduzieren. Er argumentiert, dass, obwohl waffenbezogene Gewalt ein ernstes Problem für die öffentliche Sicherheit bleibt, die Alltagspraktiken der meisten Besitzer in politischen Diskussionen übersehen werden.

Er weist darauf hin, dass Nicht‑Besitzer Waffenbesitzer häufig genauso sozial akzeptabel einstufen wie Atheisten und Muslime, wobei Mitglieder der National Rifle Association in Meinungsumfragen sogar noch schlechter abschneiden. Dennoch betont er, dass die Anziehungskraft der Menschheit zu Projektilwaffen weder neu noch unnormal ist; Schusswaffen stellen die neueste Stufe einer jahrtausendealten Entwicklung von Werkzeugen zum Abschießen von Projektilen dar.

Risiken und Verantwortung

Das Buch scheut nicht die Gefahren des Waffenbesitzes. Yamane berichtet von einem persönlichen Fehltritt, er bereitete seine Pistole zur Aufbewahrung vor, ließ jedoch eine Patrone im Lauf, als Mahnung, wie wichtig rigorose Sicherheitsgewohnheiten sind. Er stellt fest, dass tödliche Unfälle selten sind, Routinepannen und Notaufnahmen jedoch mit gewisser Häufigkeit vorkommen.

Selbstverteidigung, die in der öffentlichen Debatte häufig hervorgehoben wird, rangiert laut Aaron Haskins, einem Risikomanagement‑Experten und Waffenbesitzer, an achter Stelle einer Risikoreduktionshierarchie. Haskins stellt körperliche Fitness und regelmäßige ärztliche Untersuchungen über die Möglichkeit, eine Waffe zur Abwehr von Gefahr einzusetzen.

Training und Gemeinschaft

Yamane hebt die Rolle von Trainern hervor, die bestrebt sind, negative Folgen zu minimieren und die Verantwortung zu betonen, die das Tragen einer Waffe mit sich bringt. Er untersucht zudem, wie Waffenbesitzer durch Clubs, Schießstände und Online‑Foren soziale Bindungen knüpfen und so eine Subkultur schaffen, die sowohl praktisch als auch identitätsbildend ist.

Warum das Buch wichtig ist

Gun Curious versteht sich als Hilfsmittel für Leser, die wenig über Schusswaffen wissen, und für alltägliche Besitzer, die einen breiteren Kontext für ihr Hobby suchen. Indem er ein ausgewogenes Bild zeichnet, die realen Gefahren anerkennt und zugleich die Normalität des Waffenbesitzes für die meisten Amerikaner betont, hofft Yamane, dass Politiker Waffenbesitzer als potenzielle Verbündete statt als ständige Gegner sehen.

Das Werk bietet einen seltenen soziologischen Blick auf ein Thema, das meist in scharfen moralischen Begriffen dargestellt wird, und legt nahe, dass ein tieferes Verständnis des alltäglichen Waffenbesitzers zu wirksameren und weniger polarisierten politischen Lösungen führen könnte.