Eine in einem Gericht von Massachusetts eingereichte Klage wirft dem Bundesstaat vor, ein System von Schulbezirken aufrechtzuerhalten, das Schüler nach Rasse und Einkommen effektiv segregiert. Die Beschwerde argumentiert, dass die Nutzung von Gemeinde‑ und Stadtgrenzen zur Festlegung von Schulbezirken die Bildungsklausel der Staatsverfassung und deren Gleichheitsgarantie verletzt.
Was die Kläger vorwerfen
Die Klagebehauptet, dass die aktuellen Bezirksgrenzen und Zuweisungsregeln für Schüler „Segregation kodifizieren" und „schwarze und lateinamerikanische Schüler der Bildungsmöglichkeiten berauben, die der Staat in überwiegend weißen Schulbezirken konzentriert." Sie argumentiert, dass diese Politiken Armut konzentrieren und die Perspektiven von farbigen Schülern einschränken, was der Verfassung von Massachusetts aus dem Jahr 1780 zuwiderläuft, die ein grundlegendes Recht auf Bildung verankert und ein System verlangt, das „effizient, gründlich und kostenlos" ist.
Die Klage richtet sich gegen das Department of Elementary and Secondary Education und nennt Stephen Zrike Jr., den staatlichen Bildungsminister, als Beklagten.
Schüler im Mittelpunkt des Falls
Die Kläger sind Kinder, deren Schulwahlmöglichkeiten durch kommunale Grenzen eingeschränkt sind. Ein Beispiel ist ein achtjähriger schwarzer Schüler aus Boston, der eine Schule besucht, in der 74 % der Lernenden schwarz oder lateinamerikanisch und 70 % als einkommensschwach eingestuft sind. Die Beschwerde sagt, dass diese Erfahrung für viele Lernende im Commonwealth typisch sei.
Die öffentlichen Schulen Bostons seien zu 74 % schwarz oder lateinamerikanisch, während benachbarte Bezirke wie Needham, Newton und Brookline deutlich niedrigere Prozentsätze aufweisen, Needham zum Beispiel nur 12 % schwarz oder lateinamerikanisch, und besser abschneiden. Laut Klage verhindere die staatliche Politik Bostoner Familien, ihre Kinder in diesen Nachbarschaftsbezirken anzumelden.
Staatliche Reaktion und rechtliche Hürden
Eine Sprecherin des Department of Elementary and Secondary Education erklärte, die Behörde sei der Ansicht, dass jedes Kind ungeachtet von Einkommen, Rasse oder ethnischer Herkunft gleiche Bildungschancen verdient. Sie fügte hinzu, dass die Änderung von Bezirksgrenzen oder das Zwingen von Bezirken, außengebietsschüler aufzunehmen, normalerweise gesetzgeberisches Handeln oder eine Vereinbarung zwischen den Bezirken selbst erfordere.
Rechtsexperten warnen, dass die geforderten Abhilfemaßnahmen nur begrenzte Wirkung auf das Ausmaß der Segregation haben könnten und das Massachusetts Supreme Judicial Court in komplexe Schul‑Governance‑Fragen ziehen könnten, die außerhalb seiner Expertise liegen. Joshua Dunn, ein Fachmann für Bildungsrecht, sagte dem Washington Free Beacon, das Ergebnis der Klage sei ungewiss und könnte nicht zu wesentlichen Änderungen im Bildungssystem des Staates führen.
Politische Debatte und Kontext
Der Fall hat die Diskussion über steuerliche Förderprogramme für Stipendien neu entfacht, die die Optionen für Schüler of colour erweitern könnten, ein Vorschlag, den die Massachusetts Educational Opportunities Coalition unterstützt, aber von mächtigen Lehrergewerkschaften abgelehnt wird.
Kritiker weisen zudem auf das, was sie als doppelten Standard bei demokratischen Führungskräften sehen, hin. Gouverneurin Maura Healey, eine Demokratin, wird vorgeworfen, sich stärker darauf zu konzentrieren, den ehemaligen Präsidenten Trump als Rassist zu brandmarken, als sich mit der Segregation in ihrem eigenen Bundesstaat zu befassen.
Ausblick
Der Fortgang der Klage wird davon abhängen, wie die Gerichte die Bildungsklausel und die Gleichheitsgarantie der Staatsverfassung auslegen und ob sie bereit sind, in die Struktur des öffentlichen Schulsystems einzugreifen. Beobachter sagen, der Fall könnte einen Präzedenzfall schaffen, der weitreichende Folgen für die nationale Debatte über Rassentrennung und Bildungsgerechtigkeit hat.
Erstmals berichtet aus dem Quellmaterial.
