Unabhängige Berichterstattung · Deutsche Ausgabe
STATE BEACON

Maine‑Senatskandidat Graham Platton: „Grassroots"-Kampagne verknüpft mit bezahltem Influencer‑Netzwerk

Graham Platton, der linke Demokrat für den US‑Senat aus Maine, preist seine Kampagne als rein von Bürgern getragen, doch Finanzunterlagen zeigen Zahlungen in Zehntausenden an das Influencer‑Beratungsunternehmen Good Influence.

Von Sarah Collins··
Maine‑Senatskandidat Graham Platton: „Grassroots"-Kampagne verknüpft mit bezahltem Influencer‑Netzwerk

Graham Platton, ein linksgerichteter Demokrat, der für den US‑Senatssitz aus Maine kandidiert, hat seine Kampagne wiederholt als die stärkste Graswurzel‑Initiative bezeichnet, die der Bundesstaat je erlebt habe. Er betont zudem, dass er keine Unternehmens‑Political‑Action‑Committees benötige und stattdessen auf eine von ihm selbst benannte „grassroots army" setze.

Zahlungen an Good Influence

Finanzunterlagen der Kampagne zeigen, dass Platners Wahlkampf Zehntausende Dollar an Good Influence gezahlt hat, ein Beratungsunternehmen mit Sitz in Louisville, Kentucky. Das Unternehmen wurde vom demokratischen Politikberater Stuart Perelmuter gegründet und wirbt damit, durch ein Netzwerk von Online‑Botschaftern Wirkung für Anliegen und Kampagnen zu erzielen.

Good Influence führt Qasim Rashid als hervorgehobenen Influencer auf. Rashid hat Plattons progressive Politik öffentlich gelobt und Unterstützer aufgefordert, für den Wahlkampf zu spenden. Er hat zudem Artikel und Videos produziert, die Platton bewerben, darunter ein Substack‑Beitrag, in dem Plattons Fundraising‑Text als „the best fundraising text I've ever seen" bezeichnet wird. In dem Substack‑Artikel fehlt ein Hinweis auf eine finanzielle Beziehung zu Good Influence oder zu Plattons Kampagne.

Laut Perelmuter verlangt Good Influence von seinen Influencern nicht, offenzulegen, wann sie bezahlt werden. Bundesweite Wahlkampfvorschriften verpflichten Kampagnen, Zahlungen an unabhängige Dienstleister wie Good Influence zu melden, verlangen jedoch keinen Hinweis darauf, welche konkreten Influencer bezahlt wurden. Der IRS verlangt zudem von politischen gemeinnützigen Organisationen, ihre fünf bestbezahlten unabhängigen Auftragnehmer, die mehr als $100,000 für Dienstleistungen erhalten, aufzulisten.

Brendan Fischer vom Campaign Legal Center hat Bedenken hinsichtlich der Intransparenz der Regelung geäußert und gesagt: „Man kann nicht sehen, wo das Geld herkommt, und man kann nicht sehen, wohin es geht."

Platton wurde von Medien wie Politico und The New Yorker als jemand dargestellt, der „grassroots energy" mobilisiere, die das Establishment besiegen könne, doch keine der beiden Publikationen hat über die Zahlungen an Good Influence berichtet.

Die Praxis, Social‑Media‑Influencer für politische Werbung zu bezahlen, wird als relativ neues Phänomen beschrieben und wirft Fragen zur Transparenz der modernen Wahlkampffinanzierung auf.