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Links‑seitiger Antisemitismus zwingt amerikanische Juden, liberale Allianzen neu zu bewerten, sagt neues Buch

Der Anstieg antisemitischer Angriffe seit den Oktober‑2023‑Attentaten lässt amerikanische Juden ihre langjährige Unterstützung der liberalen Bewegung hinterfragen.

Von James Carter··
Links‑seitiger Antisemitismus zwingt amerikanische Juden, liberale Allianzen neu zu bewerten, sagt neues Buch

Der Anstieg antisemitischer Angriffe und Rhetorik seit den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 auf Israel hat die amerikanische jüdische Gemeinschaft verunsichert und viele dazu veranlasst, ihre langjährige Unterstützung der liberalen Bewegung zu hinterfragen.

Ein Wendepunkt

Am 7. Oktober 2023 führte eine Welle von Gewalt in Israel zu einem Massaker und der Entführung von Israelis. Die Ereignisse stellten für viele amerikanische Juden einen Wendepunkt dar, die nun dem von ihnen als linksgerichteten Antisemitismus bezeichneten Phänomen gegenüberstehen.

Ungar‑Sargons Erzählung

Journalistin Batya Ungar‑Sargon sieht die Oktoberangriffe als Weckruf. In ihrem neu erschienenen Buch The Jews and the Left zeichnet sie die Beziehung zwischen amerikanischen Juden und der Linken von der frühen Einwanderung bis heute nach. Sie argumentiert, dass die ursprüngliche moralische Klarheit der Linken, eine einfache Unterscheidung zwischen richtig und falsch, durch ein nuancierteres und teilweise toxisches Rahmenwerk ersetzt wurde, das Juden als Verkörperungen von weißem Privileg und Unterdrückung darstellt.

Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung als jüdische Journalistin und den Geschichten ihrer Vorfahren, die in Amerika Zuflucht und Chancen suchten, argumentiert Ungar‑Sargon, dass Juden, einst integraler Bestandteil der liberalen Bewegung, nun mit einer Linken konfrontiert sind, die zunehmend feindlich gegenüber Israel und jüdischer Identität eingestellt ist.

Historischer Kontext

Das Buch zitiert den Kommentator Robert Warshow, der 1947 feststellte, dass die kommunistische Bewegung bereits begonnen hatte, das amerikanische Intellektuellleben zu durchdringen und eine anti‑zionistische Haltung zu fördern, die später zum Kennzeichen des linksgerichteten Antisemitismus wurde.

Während Ungar‑Sargons Darstellung persönlich und historisch fundiert ist, weist der Rezensent darauf hin, dass sie nur eine Perspektive innerhalb einer breiteren, facettenreichen Geschichte darstellt.

Politische Folgen

Die Demokratische Partei, traditionell ein Rückhalt jüdischer Unterstützung, steht nun vor einer Gewissenskrise, da viele ihrer Mitglieder und Verbündeten zunehmend feindliche Positionen gegenüber Israel und jüdischer Identität einnehmen. Dieses wahrgenommene Versagen, Antisemitismus zu konfrontieren, hat Unbehagen unter amerikanischen Juden erzeugt, von denen einige ihre Loyalität zur Partei und zur liberalen Bewegung insgesamt überdenken.

Die Normalisierung antisemitischer Rhetorik hat ein toxisches Umfeld geschaffen, das Juden und andere Minderheiten gefährdet. Die Zurückhaltung der Linken, ihren eigenen Antisemitismus anzugehen, bedroht die Glaubwürdigkeit einer Bewegung, die lange für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte eingetreten ist.

Meinungsfreiheit und Campusklima

In den Vereinigten Staaten schützt der Erste Verfassungszusatz die Meinungsfreiheit, ein Prinzip, das Gerichte als einschließend für Hassrede ausgelegt haben. Dieser rechtliche Rahmen zwingt amerikanische Juden, ihr Recht auf Ausdruck mit dem Schutz ihrer Gemeinschaften vor Hass abzuwägen.

Antisemitische Vorfälle auf Hochschulcampus haben zugenommen, was Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und des Wohlergehens jüdischer Studierender hervorruft.

Reaktionen und Organisationen

Mehrere jüdische Organisationen arbeiten aktiv daran, linksgerichteten Antisemitismus zu bekämpfen. Die Anti‑Defamation League (ADL), das American Jewish Committee (AJC) und das Simon Wiesenthal Center gehören zu denen, die die Öffentlichkeit aufklären und für Politiken eintreten, die jüdische Gemeinschaften schützen.

Auswirkungen über die Vereinigten Staaten hinaus

Für kanadische Leser hat der Anstieg des linksgerichteten Antisemitismus in den USA Bedeutung. Kanadas Geschichte der Aufnahme jüdischer Einwanderer und seine ausgeprägte Tradition, Israel zu unterstützen, bedeuten, dass ähnliche Muster antisemitischer Vorfälle, insbesondere auf Campus, nördlich der Grenze beobachtet werden.

Kanadische Juden werden daher aufgefordert, wachsam zu bleiben und sich für schützende Politiken einzusetzen.

Aufruf zum Handeln

Ungar‑Sargon schließt, dass der Kampf gegen Antisemitismus untrennbar mit dem Kampf um Amerikas Seele verbunden ist, und fordert angegriffene Juden auf, die Anstrengung zu leiten, die Wahrheit zu sagen. Sie behauptet, dass der Hass auf Juden im Grunde Hass auf Amerika sei.

Das Buch wird als ein entscheidender Beitrag zur laufenden Debatte über Antisemitismus und die Linke präsentiert und bietet einen kraftvollen Aufruf zum Engagement für alle, die Toleranz, Gleichheit und Gerechtigkeit schätzen.