Die International Federation of Journalists (IFJ) hat stillschweigend acht Personen von ihrem häufig zitierten Register gefallener Journalisten im Gazastreifen gestrichen, ohne öffentliche Erklärung. Die Streichungen, die zwischen dem 21. Juni und dem 9. Juli vorgenommen wurden, wurden von der Medien‑Watchdog‑Gruppe HonestReporting identifiziert.
Was die IFJ sagt
Der in Brüssel ansässige Verband, der behauptet, „600.000 Medienfachleute aus 187 Gewerkschaften und Verbänden in mehr als 140 Ländern" zu vertreten, führt eine laufende Zählung der im Gazastreifen seit den Hamas‑Angriffen vom 7. Oktober getöteten Journalisten. Er hat wiederholt behauptet, Israel zielte bewusst auf Medienarbeiter ab, und erklärt, „die israelische Armee habe Journalisten gezielt angegriffen" sowie „die israelische Regierung setze bewusst Hunger als Waffe gegen das Volk von Gaza ein".
Entfernte Namen und ihr Hintergrund
Unter den zuvor gelisteten Personen befanden sich Hussam Al Adlouni, Rasheed Albably und Maisara Ahmed Salah. Nachfolgende Untersuchungen verknüpften jeden von ihnen mit terroristischer Aktivität, was zu ihrer Entfernung von der IFJ‑Webseite und zur Löschung der Biografien führte, in denen sie als legitime Reporter bezeichnet wurden.
Parallele Maßnahmen anderer Organisationen
Das Committee to Protect Journalists (CPJ) sah sich ähnlicher Kritik ausgesetzt, nachdem es heimlich eigene Einträge gekürzt hatte, was die Organisation veranlasste, eine umfassende Überprüfung ihrer Liste anzukündigen.
Folgen und Reaktionen
HonestReporting argumentiert, dass die mangelnde Transparenz der IFJ, gepaart mit ihren eindeutig parteiischen Äußerungen, das Vertrauen in die Liste untergrabe, auf die viele Nachrichtenmedien zurückgreifen, um Israels Vorgehen im Konflikt zu beurteilen. Die IFJ lehnte eine Stellungnahme ab, als sie nach einer Erklärung für die Löschungen oder Details ihres Verifizierungsprozesses gefragt wurde.
Sowohl die IFJ als auch die Palestinian Journalists' Syndicate, mit der die Föderation zusammenarbeitet, werden als zugunsten der palästinensischen Seite voreingenommen beschrieben. Die jüngsten Erkenntnisse verstärken die anhaltende Prüfung von Interessenvertretungen, die die internationale Berichterstattung über den Gaza‑Krieg beeinflussen.
