Die Indiana University hat die Muslim Philanthropy Initiative, eine Einrichtung der IU Lilly Family School of Philanthropy, dauerhaft beendet, nachdem eine interne Untersuchung ergeben hatte, dass sie mit einer Wohltätigkeitsorganisation zusammengearbeitet hatte, die das U.S. Treasury als Unterstützer der Hamas eingestuft hatte.
Sanktionen und die Hayat Yolu Association
Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Zusammenarbeit des Programms mit der Hayat Yolu Association, einer in Istanbul ansässigen Organisation, die im März auf die Sanktionsliste des Treasury gesetzt wurde, weil sie Geld an die al‑Qassam-Brigaden der Hamas weiterleitete. Das Treasury bezeichnete Hayat Yolu als Teil des „internationalen Fundraising‑Netzwerks" der Hamas und beschuldigte die Organisation, den militanten Flügel direkt zu unterstützen.
Dokumente des Washington Free Beacon zeigen, dass die Muslim Philanthropy Initiative Hayat Yolu in einem Jahresbericht für dessen „großzügige Unterstützung" dankte.
Finanzielle Verbindungen und Schulungsveranstaltungen
Interne Unterlagen zeigen, dass Hayat Yolu dem Geschäftsführer der Initiative, Shariq Siddiqui, Reisekosten für Konferenzen in Istanbul und Jakarta erstattete. Bei diesen Veranstaltungen erhielten islamische Non‑Profits Schulungen zu Fundraising‑ und Managementtechniken.
Der stellvertretende Direktor von Hayat Yolu, Ahmad Abu Adam, bezeichnete die Sitzungen als einen Versuch, die Fähigkeiten der Partner in Indonesien mit den „neuesten forschungsbasierten Techniken" zu stärken.
Politische Reaktion
Der Abgeordnete des Bundesstaates Andrew Ireland (R.), ehemaliger stellvertretender Generalstaatsanwalt von Indiana, leitete die Forderungen nach Schließung des Programms, nachdem der Bericht veröffentlicht wurde. Er sagte: „Eine mit Steuergeldern finanzierte Einrichtung darf niemals Organisationen legitimieren, die mit Terrorismus verbunden sind", und fügte hinzu: „Diese Entscheidung wahrt Verantwortung und die Prioritäten der nationalen Sicherheit."
Frühere Kontroversen
Die Initiative war bereits 2022 wegen der Einladung von Sami Al‑Arian, einem ehemaligen Professor, der nach einem Geständnis der Verschwörung mit der palästinensischen Islamic Jihad ausgewiesen wurde, in die Kritik geraten. Dekan Amir Pasic räumte später ein, dass die Schule bei der Auswahl von Rednern nachlässig gewesen sei.
Zu den Mitgliedern des Beirats gehörten bis zur Auflösung des Programms hochrangige Vertreter von Islamic Relief USA und dem Institute for Social Policy and Understanding.
Reaktion der Universität und breitere Auswirkungen
Die Indiana University verweigerte eine Stellungnahme, als sie um ein Statement gebeten wurde. Die Schließung wird als Rückschlag für Bemühungen gesehen, muslimische Philanthropienetzwerke in den USA zu formalisieren, ein Ziel, das die Initiative als „Transformation" der Wohltätigkeit im In- und Ausland bezeichnete.
