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Gründer von Euro‑Med Monitor löst Kontroverse um Daten zu Journalistenopfern im Gazastreifen aus

Ramy Abdu, Gründer des Euro‑Mediterranean Human Rights Monitor, behauptet auf Facebook, dass Journalisten im Gazastreifen zugleich Terroristen seien, was die Glaubwürdigkeit der CPJ‑Opferliste erschüttert.

Von Michael Turner··
Gründer von Euro‑Med Monitor löst Kontroverse um Daten zu Journalistenopfern im Gazastreifen aus

Der Gründer der in Genf ansässigen Interessenvertretung Euro‑Mediterranean Human Rights Monitor, Ramy Abdu, hat eine neue Kontroverse ausgelöst, indem er in den sozialen Medien erklärte, dass im Gazastreifen tätige Journalisten ebenfalls als Terroristen agieren könnten.

In einem am 23. Juni veröffentlichten Facebook‑Beitrag, der auf Arabisch verfasst wurde, sagte Abdu, dessen Hintergrund dokumentierte Verbindungen zu hochrangigen Hamas‑Vertretern umfasst, dass „einige Journalisten bereits vor ihrer journalistischen Tätigkeit Widerstandshandlungen begangen hätten". Er deutete an, dass Doppelfunktionen in der Konfliktzone nicht ungewöhnlich seien.

Die Äußerungen erfolgen, während das Committee to Protect Journalists (CPJ) eine umfassende Überprüfung seines häufig zitierten Registers von im Gazastreifen getöteten Journalisten angekündigt hat. Die Liste, die seit langem Dutzende von Personen enthält, die später als Hamas‑ oder andere Dschihad‑Kämpfer identifiziert wurden, wird nun hinsichtlich ihrer Genauigkeit infrage gestellt.

Sowohl CPJ als auch Euro‑Med Monitor wurden in einem Bericht von Nicholas Kristof aus dem Mai als Hauptquellen genannt, in dem behauptet wurde, israelische Soldaten hätten zwei palästinensische Journalisten mit einer Karotte und einem Hund vergewaltigt, eine Behauptung, die die New York Times als sexuelle Gewalt bezeichnete. Die New York Times hat sich geweigert, zu Abdu's Aussagen, zur Glaubwürdigkeit von Euro‑Med Monitor oder zu ihrer Nutzung der CPJ‑Opferliste Stellung zu nehmen.

Euro‑Med Monitor reagierte nicht auf die Bitte um Stellungnahme zu dem Facebook‑Beitrag. Die Kontroverse hat Aufrufe ausgelöst, die New York Times zu einer Rücknahme und Entschuldigung zu bewegen, wobei Kritiker argumentieren, dass die Berichterstattung der Zeitung irreführend und rufschädigend sei.

Weitere Zweifel wurden laut, nachdem der Al‑Jazeera‑Fotojournalist Ahmed Samir Muhammad Washah als Hamas‑Scharfschütze identifiziert wurde; Videomaterial zeigte ihn, wie er ein automatisches Gewehr abfeuerte und mit einem Gewehr posierte. Dieser Vorfall fügt der Debatte, wer als Journalist und wer als Kämpfer zu zählen ist, eine weitere Ebene der Komplexität hinzu.

Die Einzelheiten wurden zunächst aus dem ursprünglichen Quellenmaterial berichtet.