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Ehemalige US‑Diplomatin Wendy Sherman löst Kritik wegen harschem Urteil zur Trump‑Politik gegenüber Iran und Israels Gaza‑Operation aus

Wendy Sherman, ehemalige stellvertretende Außenministerin, wirft Trumps Iran‑Strategie und Israels Vorgehen in Gaza harte Vorwürfe vor.

Von Michael Turner··
Ehemalige US‑Diplomatin Wendy Sherman löst Kritik wegen harschem Urteil zur Trump‑Politik gegenüber Iran und Israels Gaza‑Operation aus

Wendy Sherman, die als stellvertretende Außenministerin unter Präsident Joe Biden und als Unterstaatssekretärin für politische Angelegenheiten während der Obama‑Administration diente, hat nach einem jüngsten Interview mit Mishal Husain von Bloomberg erneut Kontroversen ausgelöst.

Trumps Iran‑Strategie unter Beschuss

Sherman argumentierte, dass Präsident Donald Trumps Umgang mit dem Iran grundlegend fehlgeleitet sei und die USA derzeit nicht über die nötige Expertise verfügen, um das komplexe regionale Problem zu steuern. Sie verknüpfte ihre Kritik mit ihrer eigenen Beteiligung am Iran‑Atomabkommen von 2015, das Teheran für etwa 700 Milliarden Dollar Sanktionsentlastung im Gegenzug für eine vorübergehende Pause seines Atomprogramms gewährte.

Vorwürfe gegen Israel und Todesopferzahl im Gazastreifen

Im selben Interview bezeichnete Sherman das Vorgehen Israels in Gaza als „Genozid" und schätzte die Zahl der palästinensischen Todesopfer auf rund 71 000. Sie deutete zudem an, dass viele der als Journalisten bezeichneten Getöteten im Enklave in Wirklichkeit Terroristen gewesen seien. Diese Aussagen stießen sofort auf Skepsis, insbesondere von denen, die auf die Schwierigkeit der Verifizierung von Opferzahlen und das Vorhandensein von Kämpfern unter den Toten hinweisen.

Historischer Kontext und Expertenmeinungen

Sherman stellte außerdem die iranische Revolution von 1979 in Zusammenhang mit dem von Großbritannien und den USA im Jahr 1953 unterstützten Putsch, eine Sichtweise, die von Wissenschaftlern wie Ray Takeyh, der umfassend zu diesem Thema publiziert hat, infrage gestellt wird. Sie sagte voraus, dass Teheran trotz Trumps Bemühungen, den iranischen Einfluss einzudämmen, weiterhin eine gewisse Kontrolle über die strategische Straße von Hormus behalten werde.

Politische Reaktionen

Die Äußerungen der ehemaligen Diplomatin wurden von Kritikern Israels aufgegriffen, darunter Matt Duss, ein ehemaliger außenpolitischer Berater des Senators Bernie Sanders, der Shermans Vorwürfe nutzt, um sowohl Präsident Biden als auch Sherman selbst anzugreifen. Gleichzeitig weisen Kommentatoren darauf hin, dass Shermans Unterstützung für das Existenzrecht Israels sie mit den radikaleren Elementen des linken Flügels der Demokratischen Partei in Konflikt bringt.

Folgen für die US‑Außenpolitik und mediale Kontrolle

Shermans Einschätzung, dass der Trump‑Administration die nötige Expertise fehlte und US‑Handlungen seine Position im Nahen Osten geschwächt hätten, wurde von Kritikern zurückgewiesen, die argumentieren, dass die aggressive Haltung Irans benachbarte Staaten näher an das US‑Israel‑Bündnis heranrückt.

Das Interview mit dem Titel „How to negotiate with Iran" hat zudem eine Debatte darüber ausgelöst, warum Bloomberg Sherman eine Plattform bietet. Beobachter argumentieren, dass die Entscheidung des Netzwerks die Notwendigkeit größerer Prüfung und Verantwortlichkeit bei der Berichterstattung über hochsensible außenpolitische Themen unterstreicht.

Während die Diskussion um Shermans Kommentare weitergeht, verdeutlicht sie die tiefen Spaltungen innerhalb der außenpolitischen Gemeinschaft und der breiten Öffentlichkeit darüber, wie die anhaltenden Komplexitäten des Nahen Ostens zu bewältigen sind.