Das United States Department of Energy kündigte am Dienstag ein Kreditprogramm in Höhe von 17,5 Mrd. $ an, um den Bau von zehn neuen Kernreaktoren zu unterstützen. Die Finanzierung wird vom Office of Energy Dominance Financing innerhalb des Ministeriums verwaltet.
Programmdetails
Die Kredite sind für fünf Versorgungsunternehmen vorgesehen, die jeweils Finanzierung für zwei Reaktoren erhalten. Sieben Versorgungsunternehmen haben bereits Absichtserklärungen an Westinghouse, den Lieferanten des AP1000‑Designs, gesendet, und das Department wird fünf davon für das Programm auswählen.
Jedes ausgewählte Versorgungsunternehmen muss 500 Mio. $ investieren, bevor Kredite ausgezahlt werden; danach besitzen das Unternehmen und Westinghouse jedes Reaktorprojekt gemeinsam. Die Behörde hat deutlich gemacht, dass sie keinen Eigentumsanteil an den Projekten übernehmen wird.
Reaktorkapazität und Auswirkungen
Jede AP1000‑Einheit hat eine Leistung von 1,1 GW, genug, um etwa eine Million Haushalte zu versorgen. Zehn solcher Reaktoren würden demnach Strom für rund zehn Millionen Haushalte liefern.
Man rechnet damit, dass das Programm tausende Arbeitsplätze schafft und die lokale Wirtschaft ankurbelt, zugleich die nationale Energiesicherheit stärkt und die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen verringert.
Kontext und Hintergrund
Im 21. Jahrhundert wurden in den USA nur zwei Kernreaktoren lizenziert und gebaut, beide in Georgia. Diese Projekte hatten Kostenüberschreitungen und Verzögerungen, wurden jedoch während der ersten Trump‑Administration mit Krediten des Department of Energy finanziert.
Energiechef Chris Wright erklärte, das Department arbeite daran, regelbare, zuverlässige und sichere Energie hinzuzufügen, um Strompreise zu senken und die Re‑Industrialisierung des Landes zu unterstützen. Er bezeichnete zudem den Genehmigungsprozess für Kernenergie als übermäßig bürokratisch, langsam und schwierig und wies darauf hin, dass er die Wirtschaftlichkeit neuer Kernprojekte untergrabe.
Die Nuclear Regulatory Commission bleibt weiterhin für die Aufsicht über den Bau und Betrieb von Kernreaktoren in den USA zuständig.
Ausblick
Eine Studie von S&P Global Commodity Insights prognostiziert, dass die Stromnachfrage in den USA bis 2040 um 50 % steigen könnte, was den Bedarf an zusätzlicher Grundlastkapazität verdeutlicht. Der ehemalige Präsident Donald Trump setzte sich das Ziel, bis 2030 mit dem Bau von zehn neuen Kernreaktoren zu beginnen.
Führende Vertreter der Branche argumentieren, dass die Erweiterung der heimischen Kernkapazität für die USA entscheidend sei, um ihre Führungsposition in Künstlicher Intelligenz, High‑Tech‑Fertigung und anderen zukunftsweisenden Sektoren zu bewahren und die dafür notwendige Grundlastenergie zu sichern.
