Am Montag sprach Abgeordneter Jake Auchincloss (D‑Mass.) vor einer angespannten Versammlung in der Temple Emanuel in Newton und verteidigte seine Stimmabgabe vom 15. Juli, mit der er ein US‑Militärhilfspaket in Höhe von 3,3 Milliarden Dollar für Israel blockierte. Der erstjährige Kongressabgeordnete, dessen Bezirk bedeutende jüdische Gemeinden in Newton, Brookline und Sharon umfasst, wurde wiederholt zu seiner Haltung gegenüber Israel und der sich wandelnden Position der Demokratischen Partei befragt.
Auchincloss räumte ein, dass die demokratische Unterstützung für Israel „wackelt", betonte jedoch, dass er nach wie vor einen qualitativen militärischen Vorsprung für den jüdischen Staat und die Abraham‑Abkommen unterstütze. Er argumentierte, dass die Abstimmung durch die eigenen Äußerungen des ehemaligen Premierministers Benjamin Netanyahu über eine Reduzierung der US‑Unterstützung gerechtfertigt sei, ohne jedoch ein Waffenembargo zu fordern.
Im selben Rahmen versuchte der Marine‑Veteran und Harvard‑Absolvent, den Einfluss der Democratic Socialists of America zu minimieren und wies darauf hin, dass deren Wahlerfolge in New York City und Colorado lediglich „1 Prozent der Wettbewerbe" ausmachen. Seine Bemerkungen kamen, während Bedenken über den wachsenden progressiven Einfluss in Massachusetts zunehmen, einem Bundesstaat, in dem die Republikaner kaum noch Macht besitzen.
Auchincloss, dessen Mutter Dr. Laurie Glimcher früher das Dana‑Farber Cancer Institute leitete, machte sowohl Israel als auch die USA für die zunehmenden Spannungen mit dem Iran verantwortlich. Er deutete an, dass der aktuelle Kurs ein Symptom von Gruppendenken und Sunk‑Cost‑Bias sei, ähnlich den Fehlern in Irak und Afghanistan. Auf die Frage nach dem jüngsten Mord an regierungskritischen Demonstranten im Iran und dessen Atomprogramm verweigerte er eine Stellungnahme.
Die Versammlung verdeutlichte zudem die interne Neuausrichtung der Demokraten. Sicherheitskräfte entfernten den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Massachusetts‑Republikanischen Partei, Tom Mountain, nachdem er versucht hatte, sich einzumischen. In einem Bundesstaat, in dem Persönlichkeiten wie Mitt Romney einst die Demokraten zu Israel‑Fragen herausforderten, findet der Konflikt heute vornehmlich innerhalb der Partei zwischen Moderaten und Progressiven statt.
Auchincloss betonte, dass seine Stimme aus fiskalischer Verantwortung und nicht aus einer Abkehr vom Verbündeten resultiere. „Ich möchte, dass unser Verbündeter sich selbst verteidigt", sagte er. „Aber wir sollten nicht mit amerikanischen Steuergeldern dafür bezahlen." Die Reaktionen der Wähler waren gemischt; einige fühlten sich von der Partei im Stich gelassen.
