Die Cambridge University bestätigte am Mittwoch, dass sie nach dem Rücktritt von Professor Jason Arday eine Untersuchung seiner akademischen Qualifikationen und Ehrungen eingeleitet hat.
Hintergrund zum Rücktritt
Der 41‑jährige Wissenschaftler schrieb 2023 Geschichte, als er als jüngster schwarzer Professor in der 800‑jährigen Geschichte der Universität berufen wurde. Er trat zurück, nachdem ein Schreiben der Rechts‑Advocacy‑Gruppe The Good Law Project „unablässige Anschuldigungen" als Grund für seinen Weggang nannte, obwohl er jegliches Fehlverhalten bestritt.
Vorwürfe gefälschter Qualifikationen
In der Erklärung der Universität hieß es, die Untersuchung sei durch „neue Informationen zu den akademischen Qualifikationen und Ehrungen von Professor Arday" ausgelöst worden. Konkrete Details zu den angeblichen Fälschungen wurden nicht veröffentlicht.
Umstrittene Drohungsbehauptungen
In einer vor einem Jahr gehaltenen Rede schilderte Arday eine Kampagne gewaltsamer Einschüchterung, darunter die Behauptung, dass „Schweineköpfe an der Tür meiner Eltern" als Drohung gegen seine Familie platziert worden seien. Eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz bei der Cambridgeshire Constabulary ergab keine entsprechenden Einträge, und die Metropolitan Police haben die Untersuchung einer späteren Version des Vorfalls, die Arday mit The Guardian besprach, abgestritten.
Seine Schilderungen haben sich im Laufe der Zeit geändert. In der früheren Rede erwähnte er zudem „Kugeln im Briefkasten" und Drohungen sexueller Gewalt. In einem späteren Interview mit The Guardian berichtete er von einer maskierten Person, die ihn bei der Arbeit mit einem Messer konfrontierte, ein Vorfall, der seiner Aussage nach nicht von der Campus‑Überwachung erfasst wurde. Weiterhin behauptete er, einen abgetrennten Schweinekopf selbst entsorgt zu haben, doch Polizeiberichte oder unabhängige Zeugen haben diese Aussagen nicht bestätigt.
Rechtliche und akademische Auseinandersetzungen
Im Jahr 2025 kontaktierten Ardays Vertreter die Polizei wegen des Journalisten Jack Grove von Times Higher Education, der Plagiatsvorwürfe untersuchte. Grove wurde im Februar mitgeteilt, dass die Metropolitan Police die Angelegenheit nicht weiterverfolgen würden, jedoch angewiesen, den Kontakt zu Arday aus Gründen der psychischen Gesundheit zu beenden. Ardays Rechtsvertretung, Carter‑Ruck, hatte zuvor die Publikation von Grove unter Druck gesetzt, die Geschichte fallen zu lassen.
Jüngste Prüfungen von Retraction Watch und dem Wissenschaftler Nathan Cofnas haben Vorwürfe unbelegter Übernahmen in Ardays Arbeiten hervorgehoben. Die Universität hatte zuvor eine Untersuchung dieser Vorwürfe abgelehnt.
Aktueller Stand
Bis Donnerstag haben weder Professor Arday, Vertreter der Cambridge University noch die beteiligten Polizeibehörden auf Anfragen nach Stellungnahmen reagiert.
Die Geschichte wurde zuerst von [Outlet Name] berichtet.
