Bundesrichter Roy Altman hat die öffentliche Debatte über Israel mit dem 304‑seitigen Band Israel on Trial betreten. Das Buch, veröffentlicht von Advantage Books zum Preis von 32 $, vertieft eine Vortragsreihe, die der Richter seit dem 7. Oktober 2023 auf Universitätscampus gehalten hat, um, nach seiner Aussage, die zentralen Argumente moderner Delegitimierungskampagnen zu entkräften.
Sechs zentrale Herausforderungen
Altman gliedert seine Verteidigung nach sechs Behauptungen, drei zur Gründung Israels und drei zu seinem Verhalten. Er weist die Bezeichnung Israels als „Siedlerkolonialprojekt" zurück und beruft sich dabei auf archäologische Befunde, die seiner Ansicht nach die jüdische Indigenität im Land Israel belegen. Außerdem nennt er sechs historische Momente, in denen jüdische Führer der Schaffung eines palästinensischen Staates zustimmten, die jedoch von arabischen Parteien abgelehnt wurden.
Rechtsrevisionismus und historische Gegenargumente
Altman weist auf einen wachsenden Trend im politischen Rechts hin, zu dem auch Randtheorien gehören, die von Tucker Carlson popularisiert werden und die jüdischen historischen Bindungen an das Land in Frage stellen. Er kontert diese Narrative mit wenig bekannten Episoden, etwa dem arabischen Verbot des jüdischen Zugangs zur Höhle der Patriarchen in Hebron vor acht Jahrhunderten und Napoleons Erklärung im 19. Jahrhundert, die Juden als „rechtmäßige Erben Palästinas" anerkannte.
Die „Spiegelungs‑These"
Das originellste Element des Buches ist das, was Altman die „Spiegelungs‑These" nennt. Er argumentiert, dass palästinensische Ansprüche häufig jüdische Erfahrungen widerspiegeln: Der Begriff „Ghetto", ursprünglich für europäische jüdische Viertel verwendet, wird heute auf Gaza angewendet, und die Bezeichnung „Staat Palästina" spiegelt die eigene Benennung Israels wider. Zudem zieht er einen Vergleich zum Holocaust und behauptet, dass Vorwürfe eines Völkermords an Israel Kriegstote mit vorsätzlichem Massenmord vermischen und keine Belege für eine systematische Vernichtung liefern.
Rechtliche Argumente zur Besatzung
Altman stellt die vorherrschende Rechtsauffassung in Frage, dass Israel Gaza besetzt, obwohl es 2005 seine physische Präsenz zurückgezogen habe. Er argumentiert, dass die Kontrolle über Gaza und das Westjordanland vor diesem Datum nach internationalem Recht keine Besatzung darstellte, da ihr Status dem Britischen Mandat unterlag. Er schlägt vor, dass dieses Rahmenwerk Anomalien wie Jordaniens Grenzen und die ethnischen Spannungen in Syrien erklärt.
Rezeption und Wirkung
Der Rechtswissenschaftler Eugene Kontorovich, Professor an der Scalia Law School der George Mason University und Senior Legal Fellow bei Advancing American Freedom, bezeichnete das Werk als „unverzichtbar" für Studierende, die sich in Campus‑Debatten zurechtfinden.
Altman räumt ein, dass rechtliche Gegenargumente die öffentliche Meinung nicht unbedingt beeinflussen, und vergleicht die Lage mit dem Dreyfus‑Affair, bei dem ein Freispruch die Kritiker nicht überzeugte. Er hofft, dass das Buch einen Leitfaden zum Verständnis der rechtlichen und historischen Dimensionen des Konflikts bietet, angesichts der zunehmenden Rhetorik auf Campus und in den Medien.
Erstmals gemeldet von der ursprünglichen Pressemitteilung.
