Ethikunterlagen des Außenministeriums zeigen, dass Bridget Brink, die ehemalige US-Botschafterin in der Ukraine, während ihrer Amtszeit 179 einzelne Aktiengeschäfte tätigte, deren Gesamtwert zwischen 754 000 $ und 4 Millionen $ lag. Das Handelsvolumen ist zum zentralen Thema ihres Kongresswahlkampfs geworden, in dem sie ein Verbot von Aktiengeschäften für alle US‑Beamten, einschließlich präsidialer Ernennungen, fordert.
Umfang der Handelsaktivitäten
Zwischen Mai 2023 und Juli 2024 meldete Brink 142 Käufe und 37 Verkäufe. Die Käufe wurden mit Werten zwischen 317 142 $ und 2,5 Millionen $ angegeben, während die Verkäufe zwischen 437 037 $ und 1,4 Millionen $ lagen. Vor 2023 besaß sie lediglich zwei Einzelaktien, Robinhood Markets und Coinbase Global, doch danach erweiterte sie ihr Portfolio auf ein breites Spektrum von Aktien.
Beispiele für schnelle Gewinne umfassen den Kauf von Albemarle-Aktien im Wert von 1 000 bis 15 000 $, die wenige Wochen später für 15 000 bis 50 000 $ wieder verkauft wurden. Sie baute zudem eine Position von bis zu 740 000 $ in Maxeon Solar auf, einem in Singapur ansässigen Solartechnikunternehmen, das 2024 von einem chinesischen Energiekonzern übernommen wurde, und sammelte bis zu 150 000 $ an Polestar-Aktien, einem chinesisch geführten Hersteller von Elektrofahrzeugen.
Ihre als Botschafterin deklarierten Vermögenswerte bestanden hauptsächlich aus Immobilien, Kryptowährungen, börsengehandelten Fonds und Indexfonds. Brink und ihr Ehemann Nicholas Higgins, ein hochrangiger Berufsdiplomat, sollen diese Bestände über Jahre hinweg während eines Booms auf dem Immobilienmarkt in Washington, D.C. aufgebaut haben.
Wahlversprechen und Rhetorik
Brinks Programm konzentriert sich auf die Verschärfung von Regeln zu finanziellen Interessenkonflikten. Sie hat versprochen, Aktiengeschäfte von US‑Beamten zu verbieten, und betont wiederholt die Bedeutung des Themas mit den Worten: „Man kann das Thema Korruption nicht zu intensiv angehen."
Ihr Wahlkampf argumentiert, dass die ihr entgegengebrachte Prüfung Teil einer umfassenderen Desinformationskampagne sei und behauptet, sie habe im Laufe ihrer Karriere Morddrohungen und aus Russland stammende Falschinformationen ertragen müssen.
Offizielle Reaktion
Sprecher Sam Boorstyn sagte gegenüber Reportern, dass Brink Ethik und Transparenz während ihrer 28‑jährigen Laufbahn im öffentlichen Dienst Priorität eingeräumt habe und dass ihre Finanzen während ihrer Amtszeit als Botschafterin regelmäßig vom Außenministerium überprüft wurden.
Wahlpolitische Folgen
Der Wahlkreis, den Brink vertreten möchte, ist ein entscheidendes Schlachtfeld und beherbergt ein General‑Motors‑Werk sowie eine Batteriefabrik für Elektrofahrzeuge von LG. Wähler dort könnten ihr umfangreiches Handelsprotokoll mit Misstrauen betrachten, zumal sie erhebliche Beteiligungen in Branchen hielt, die für die lokale Industrie von direkter Bedeutung sind.
Obwohl der Wahlkampf betont, dass ihre Anti‑Korruptions‑Position authentisch sei, könnte die Enthüllung ihrer Handelsaktivitäten kurz vor der Wahl zu einem bedeutenden Hindernis werden.
