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STATE BEACON

Antonia Seniors neue Studie wirft Licht auf den Schaden, den die Cambridge Five anrichteten

Antonia Seniors neues Buch quantifiziert, wie die Cambridge Five britische Geheimnisse an Moskau weitergaben und das britische Sicherheitssystem blind dafür war.

Von Jessica Morgan··
Antonia Seniors neue Studie wirft Licht auf den Schaden, den die Cambridge Five anrichteten

Das neueste Buch über den Cambridge‑Spionenring, Stalin's Apostles: The Cambridge Five and the Making of the Soviet Empire von Journalistin und Podcasterin Antonia Senior, liefert eine detaillierte Aufstellung des Schadens, den die fünf sowjetischen Agenten, rekrutiert von den 1930er‑ bis frühen 1950er‑Jahren, anrichteten. Es revidiert zwar keine etablierten Darstellungen, quantifiziert jedoch den Fluss von Geheimnissen nach Moskau und macht das Versagen des britischen Establishments deutlich, offensichtliche Warnsignale zu beachten.

Die Cambridge Five

Die Gruppe bestand aus Kim Philby, Donald Maclean, Guy Burgess, Anthony Blunt und John Cairncross. Alle wurden an Eliteuniversitäten, vor allem Cambridge, ausgebildet und bekleideten später einflussreiche Positionen im britischen Staat.

  • Kim Philby, Sohn eines bekannten Arabisten, an Cambridge radikalisiert, später für eine rechtsgerichtete Zeitung tätig und lobte Francos Truppen in Spanien. Nach dem Krieg wurde er zum britischen Geheimdienst‑Kontakt in Washington ernannt.
  • Donald Maclean, Sohn eines ehemaligen Kabinettsministers, gab in einem Interview im Außenministerium offen seine kommunistischen Sympathien zu, wurde aber dennoch eingestellt.
  • Guy Burgess, ein Alkoholiker mit Vorliebe für Klatsch, baute seine Karriere beim BBC auf, bevor er zum MI6 wechselte.
  • Anthony Blunt, ein angesehener Kunstkritiker, dessen Kontakte zum MI5 ihm den Weg in den Sicherheitsdienst ebneten.
  • John Cairncross, das Außenseiter‑mitglied der Gruppe, nutzte seine herausragende Cambridge‑Bilanz für Positionen im Außenministerium, in Bletchley Park und als Berater für die Atomforschung.

Nur drei der fünf, Burgess, Blunt und Cairncross, gehörten zur geheimen Cambridge‑Gesellschaft der Apostel, wodurch der Buchtitel ein kleiner Fehlgriff ist.

Wie der Ring operierte

Seniors Forschung verfolgt den Fluss von geheimen Unterlagen. Maclean schmuggelte beispielsweise so viele Dokumente heraus, dass seinen sowjetischen Kontakten das Fotofilm zum Kopieren ausging. Philby und Blunt lieferten Informationen über anti‑sowjetische Quellen in ganz Europa, während Maclean die Kriegsstrategien von Churchill und Roosevelt für den Balkan und Griechenland weitergab.

Nach dem Krieg verriet Philby Widerstandsnetzwerke in Litauen, Polen und der Ukraine und warnte Moskau rechtzeitig, um britische und amerikanische Versuche, Agenten nach Albanien einzuschleusen, zu vereiteln. Der menschliche Preis dieser Verrätereien, schätzt Senior, liegt in mehreren hundert Menschenleben.

Blindstelle des Sicherheitsapparats

Das Buch liefert eine scharfe Kritik am britischen Sicherheitsapparat jener Zeit. Wiederholte Anzeichen, betrunkene Schlägereien, rücksichtsloses Verhalten und offene Freundschaften mit bekannten Risikofaktoren, wurden als geringfügige Mängel abgetan, nicht als Ausschlusskriterien für den Umgang mit Staatsgeheimnissen.

Seniors wertvollster Beitrag ist die systematische Auflistung der Geheimnisse, die die Sowjetunion erreichten, und liefert ein klareres Bild des strategischen Vorteils, den Stalins Regime daraus zog.

Die Bewertung wurde zuerst im Quellmaterial veröffentlicht.