Die Abgeordnete Erin Paré, eine Republikanerin aus North Carolina, steht im Zentrum einer hitzigen Auseinandersetzung, nachdem sie ein Gesetz gefordert hat, das Angestellte öffentlicher Schulen verpflichtet, „geschlechtsgerechte" Berufskleidung zu tragen. Der Vorschlag wurde durch die Einstellung der Musiklehrerin Aria Derrick an der Middle Creek Elementary School ausgelöst, deren Wahl eines mit Pentagrammen verzierten Rocks in den sozialen Medien, unter anderem im stark gefolgten Libs of TikTok‑Account, veröffentlicht wurde.
Bedenken der Eltern und die politische Reaktion
Eltern der Middle Creek‑Schüler gaben an, von Derricks Einstellung nichts gewusst zu haben, bis sie das Bild online sahen. Paré sagte dem Washington Free Beacon, dass die Eltern sie kontaktierten und ihre Besorgnis äußerten, nicht vom Schulbezirk informiert worden zu sein. Als Reaktion darauf hat sie einen Gesetzentwurf erarbeitet, der ihrer Ansicht nach eine Lücke in den Richtlinien des Wake County Public School System bezüglich der Kleiderordnung des Personals schließen soll.
Der Vorstoß hat scharfe Reaktionen von beiden Seiten der Debatte ausgelöst. Einige Kritiker argumentieren, dass eine geschlechtsbasierte Kleiderordnung verfassungswidrige Geschlechterstereotype darstelle. Während einer jüngsten Sitzung des Schulvorstands von Wake County warnte Vorstandsmitglied Chris Heagarty, dass eine solche Regel „unzulässige Geschlechterstereotypisierung nach der Verfassung" sei. Ein weiteres Vorstandsmitglied, Jennifer Job, wischte die Kontroverse als Produkt von „Kulturkriegen" beiseite.
Elternrechtsgruppe und Forderungen nach Transparenz
Im Anschluss an den Vorfall gründete eine Gruppe von Eltern die Organisation Middle Creek Parental Rights und fordert mehr Transparenz bei den Einstellungspraktiken. Sprecher Aaron Driver erklärte, Eltern sollten nicht erst über soziale Medien oder über nationale Nachrichten von wesentlichen Änderungen in der Ausbildung ihrer Kinder erfahren müssen und betonte, dass Familien das Recht haben, zu wissen, wer mit ihren Kindern arbeitet.
Schulleitung im Fokus
Die Schulleiterin von Middle Creek, Sarah Stephens, die das Amt im Februar übernommen hat, hat einen Doktortitel in Educational Leadership von der University of North Carolina. Ihre Dissertation mit dem Titel „Equity‑Focused School Improvement" untersucht Führungspraktiken, die darauf abzielen, weiße Vorherrschaft abzubauen. Sowohl Stephens als auch Derrick haben sich geweigert, zur Kontroverse Stellung zu nehmen.
Drohnungen gegen die Abgeordnete
Das Büro von Paré berichtete, dass sie nach ihren Äußerungen Morddrohungen erhalten habe. Eine Facebook‑Nachricht lautete: „I hope you end up kirked", ein Verweis auf die Ermordung des konservativen Influencers Charlie Kirk.
Der Polizeichef der General Assembly von North Carolina, Martin Brock, hat auf Anfragen nach einem Kommentar nicht reagiert.
Weitere Auswirkungen
Die Episode verdeutlicht die zunehmenden Spannungen zwischen Eltern und Pädagogen über Geschlechtsidentität und -ausdruck an öffentlichen Schulen. Während Befürworter der geplanten Kleiderordnung argumentieren, sie schütze Kinder und respektiere die Rechte der Eltern, behaupten Gegner, sie institutionalisiere diskriminierende Geschlechterunterschiede. Das Ergebnis von Parés Gesetzentwurf könnte einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Schulbezirke im ganzen Bundesstaat, und möglicherweise im ganzen Land, mit ähnlichen Fragen umgehen.
